Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 322)
- Language
- German, English, Hebrew
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befriedigenden Resultaten führen oder bis die intensive Betriebsform so augenfällige Vorteile und eine so allgemeine Anwendbarkeit gezeigt hat, daß wir die andere Betriebsform getrost aufgeben können. Dr. Soskin wird Ihnen nachher in seinem Referat die Vorzüge der ganz intensiven Bewirtschaftung auseinandersetzen. Ich für meinen Teil glaube auch daran, daß eine landwirtschaftliche Siedlung, wenn sie in der Nähe einer Stadt auf bewässertem Boden angelegt wird, große Chancen des Gelingens hat, und bei den unbefriedigenden Resultaten, welche wir bis jetzt mit den bisherigen Betriebsformen erlebt haben, bin ich dafür, daß wir eine neue Betriebsform, welche uns bessere Resultate erhoffen lässt und deren technische Grundlagen von Fachmännern empfohlen werden, durch einen großen Versuch ausprobieren müssen. Aber sie bleibt für mich, solange nicht der Versuch in technischer und vor allem in ökonomischer Beziehung, d. h. besonders mit Rücksicht auf den Absatz der Produkte, erfolgreich durchgeführt und seine unbegrenzte Ausdehnungsfähigkeit bewiesen hat, nur ein Versuch, neben dem auch die Fortführung anderer Versuche zulässig und notwendig ist. Im einzelnen will ich mich jetzt nicht zu dem Soskin'schen Vorschlage äußern, um Dr. Soskin nicht vorzugreifen. Ich behalte mir vor, nach seinem Referate darauf zurückzukommen. Ich wiederhole also, daß mein Standpunkt der ist, daß wir jetzt sofort einen großen Versuch mit intensiver Wirtschaft auf bewässertem Boden unternehmen, sobald die Sachverständigen die technischen Vorfragen gelöst haben, daß wir aber unsere bisherigen Bemühungen fortsetzen, auch in einer extensiveren Form auf der Basis des Getreidebaues mit Viehzucht und auf der Basis der Baumpflanzungen rentable Betriebsformen zu finden. Zu diesem Zwecke denken wir in der Form des Moschaw owdim, der Individualsiedlung auf einer Fläche von 50 bis 100 Dunam, einige der von uns gekauften nicht bewässerten Böden im Emek Jesreel mit den besten Arbeitern zu besiedeln. Wir beabsichtigen ferner, die bisher von uns geführten Betriebe mit dem auszustatten, was ihnen an Installationen, Baulichkeiten und Inventar noch fehlt und sie dann, soweit sie uns nicht für Versuche oder für Lehrzwecke notwendig sind, den Arbeitern in langjähriger Pacht zu übergeben. Die Zuschüsse der zionistischen Institute hören damit auf, die neuen Pächter allein werden Erfolg oder Mißerfolg zu tragen haben. Wir werden es den Pächtern überlassen, ob jeder von ihnen seine Parzelle für sich bearbeiten oder ob sie den ganzen Boden gemeinsam bearbeiten wollen. Es gibt in Palästina unter den Arbeitern Anhänger des einen und des anderen Systems. Beide haben Vorteile und Nachteile. Die nächsten Jahre werden zeigen, welchem System der Vorzug gebührt. Wir beabsichtigen auch die landwirtschaftlichen Ansiedlungen der Jemeniten, die mit wenig Geld in primitivster Form ge- 312