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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 308

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 308 (sequence 318)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4608-3480752
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betreiben. Da wir aber damals vor der Alternative standen, entweder diese Kolonisation oder gar keine Kolonisation zu beginnen, so bin ich bis heute der festen Ueberzeugung, daß die Kolonisation, wie wir sie begonnen haben, mit allen ihren Mängeln, doch für unsere Sache der beste mögliche Weg gewesen ist. Es ist also m. E. eine Verschiebung der Sachlage, wenn man die bisherigen unbefriedigenden Resultate der landwirtschaftlichen Kolonisation auf die soziale Form, in welcher die landwirtschaftlichen Betriebe geführt wurden, zurückführen will. Es ist nicht die soziale oder rechtliche Form, welche an der Wurzel dieses Problems steht, sondern es ist die Frage der landwirtschaftlichen Eignung der Menschen und die Frage der Rentabilität der palästinensischen Landwirtschaft überhaupt. Was die Ausbildung der Menschen für die Landwirtschaft anbetrifft, so haben wir dafür leider bisher sehr wenig getan. In Palästina bestand dafür vor dem Kriege die einzige Schule Mikweh Israel. Ich habe auf dem Wiener Kongresse, als wegen der Defizite unserer Farmen, die damals wenige tausend Pfund betrugen, Anklagen erhoben wurden, darauf hingewiesen, daß unsere Farmen die wichtige Aufgabe erfüllen, unseren jungen Leuten die landwirtschaftliche Ausbildung zu geben, die sie sonst in Palästina nicht bekommen können. Ich habe wörtlich gesagt: „Ich verstehe nicht, wie man glauben kann, daß eine so gigantische Aufgabe, wie es die Heranbildung von städtischen Juden zur Landwirtschaft ist, ohne solche Erziehungsstätten und ohne unsere Mithilfe gelöst werden kann. Wollten wir systematisch vorgehen, so müßten wir Dutzende landwirtschaftlicher Schulen und Lehrfarmen gründen; wenn wir es nicht tun, so ist es nicht deshalb, weil es nicht nötig ist, sondern weil der Mangel an Mitteln uns zur Beschränkung zwingt." Ich kann dies heute nur mit allem Nachdruck wiederholen. Wir müssen eine gewisse Anzahl von Farmen in Palästina haben, die, sei es in der Form von Lehrfarmen oder Schulen, dem Einwanderer die Möglichkeit geben, sich in der Landwirtschaft auszubilden. Wir müssen auch, da diese Möglichkeit für die nächsten Jahre noch immer hinter dem Bedarf zurückbleiben wird, in Europa solche Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Zwar kann die Ausbildung in Europa nicht ganz die palästinische Ausbildung ersetzen, weil die Verhältnisse Palästinas in vieler Beziehung andere sind; aber immerhin gibt die Ausbildung in Europa dem Einwanderer einen erheblichen Vorsprung vor dem gänzlich unausgebildeten Einwanderer. Ich begrüße deshalb aufs wärmste die Bewegung, die sich besonders in Deutschland zeigt, die jungen Leute schon vor ihrer Auswanderung nach Palästina mit der Landwirtschaft vertraut zu machen. Diese Bestrebungen müssen in anderen Ländern nachgeahmt und von den Zionisten dieser Länder als ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit im Galuth gefördert werden. 308

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