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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 293

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 293 (sequence 303)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4593-3480737
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bleiben im herrschenden Lärm und bei den fortwährenden Unterbrechungen des Redners unverständlich. — Rufe: Weizmann soll sprechen! — Die Versammlung erhebt sich und singt, während der Redner seine Rede fortsetzt, die Hatikwah.) Vizepräsident Motzkin: Ist ein Vorschlag betreffend die Abstimmung gemacht worden? (Rufe: Nein!) Geehrte Delegierte! Es ist eine Praxis, daß Deklarationen verlesen werden können. Sie dürfen sie nicht mit Geschrei übertönen. (Zahlreiche lebhafte Zwischenrufe. — Lärm.) Meine Damen und Herren! Es liegt ein Mißverständnis vor. Herr Dr. Soloweitschik, Vorsitzender des Permanenzausschusses, hat mir diese Resolution übergeben, aber nicht gesagt, daß es nicht namens des Permanenzausschusses gechieht und eine zwischen dem Misrachi und dem Block der allgemeinen Zionisten vereinbarte Resolution darstellt. Der Antrag war im Namen des Blocks der allgemeinen Zionisten und der Misrachi gestellt. Folglich haben auch die andern Fraktionen das Recht, Resolutionen vorzubringen. Delegierter E. Kaplan (fortfahrend): Der Resolutionsantrag der Hitachduth lautet (liest hebräisch): Der Kongreß drückt Dr. Chaim Weizmann und Nahum Sokolow seinen Dank für die hingebungsvolle politische Arbeit aus, die zur Baliour-Deklaration und dem Beschlüsse von San Remo geführt hat. Der Kongreß anerkennt die Bemühungen der kolonisatorischen Arbeit in Palästina für den Aufbau des Landes. Der Kongreß betont jedoch, daß trotz der großen Möglichkeiten die zionistische Leitung nicht imstande war, die nationalen Kräfte des jüdischen Volkes zu wecken; sie hat nicht in dem nötigen Maße die Einwanderung unterstützt und hat nicht die günstige Gelegenheit für den Aufbau Palästinas ausgenützt. Dies in Betracht ziehend, nimmt der Kongreß den Bericht der Exekutive entgegen und erteilt ihr die Decharge. Hoher Kongreß! Ich habe diesem Antrage einige Worte hinzuzufügen: Ohne in das Wesen der Frage einzugehen, inwiefern das System von Weizmann und Sokolow das richtige ist, anerkennen alle die Hingebung, mit der sie ihre Aufgabe erfüllt haben und die gewaltige Bedeutung ihrer Arbeit, die zur Balfour-Deklaration und zu den Beschlüssen von San Remo geführt hat. Doch gleichzeitig damit ist es notwendig zu betonen, daß die Londoner Leitung nicht das gewünschte Verständnis hatte weder für die Aufbauarbeit in Palästina im allgemeinen, noch für den arbeitenden Jischuw insbesondere. Die Leitung hat nicht nur die Immigration nicht gefördert, sondern sie hat ihr noch Hindernisse in den Weg gelegt, so daß es nur mit Mühe von Fall zu Fall gelang, von ihr eine bescheidene Unterstützung zu erwirken. Die Leitung hat sich von der Masse des Volkes und der Zionistischen Organisation entfernt und hat ihre ganzen Hoffnungen in die Reichen und Vermögenden gesetzt. Es fehlte ihr an der gewünschten Einigkeit, und manche ihrer Mitglieder haben mehr als einmal den Mangel an Verantwortungsgefühl bewiesen. Infolge ihrer Autokratie und der vielen persönlichen Reibungen hat sie die Zionistische Organisation in den Zustand der Desorganisation und Zerstörung versetzt. Eine Wendung zum Besseren trat erst in letzter Zeit ein, und Weizmanns Reise nach Amerika war ein Versuch, die Verknüpfung mit dem Volke wieder herzustellen und für die Verwirklichung des Keren Hajessod-Gedankens zu arbeiten. Dies alles versuchten wir in unserer Resolution auszudrücken, die ich dem Kongreß vorzulegen die Ehre hatte. Vizepräsident Motzkin: Für die Fraktion Zeire Zion erteile ich Herrn Mereminski das Wort. 293

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