Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 304)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter Israel Mereminski (Zeire Zion-Polen, spricht jüdisch): Im Namen der sozialistischen Fraktion Zeire Zion habe ich folgende Erklärung abzugeben: Die Frage des Vertrauensvotums ist bei uns eine ernste Frage; wir glauben, daß eine solche Frage nicht eilig behandelt werden kann. Das würde die Ehre des Kongresses herabmindern. Wir haben den Permanenzausschuß gebeten, die Abstimmung bis morgen zu vertagen, damit Sie nicht unter dem Eindruck der letzten Reden Beschlüsse fassen. Konform mit unserem Antrage im Permanenzausschusse beantragen wir die Vertagung, anderenfalls werden wir den Saal verlassen und uns an der Abstimmung nicht beteiligen. Vizepräsident Motzkin: Laut unserem Beschluß sollen sämtliche Resolutionen den Permanenzausschuß passieren. Trifft dies auf diese Resolution zu? Delegierter Dr. Soloweitschik (Vorsitzender des Permanenzausschusses, spricht deutsch): Die von mir vorgelegte Resolution wurde vom Block der allgemeinen Zionisten und der Fraktion Misrachi dem Permanenzausschusse unterbreitet. Dort lagen zwei Resolutionen vor, die zu einer verschmolzen wurden. Die Vertrteter der sozialistischen Fraktionen haben beantragt, da sie ihre Resolution noch nicht fertig hatten, die Abstimmung über das Absolutorium auf morgen zu verschieben. Dieser Antrag wurde im Permanenzausschusse niedergestimmt. Ich habe die Resolution daher nicht als die des Permanenzausschusses, sondern als einen Antrag der Majorität dem Präsidium zur Verlesung übergeben. Das Präsidium hat dies, ich weiß nicht, aus welchen Gründen abgelehnt, und es vorgezogen, daß die Resolution von mir verlesen werde. Da diese Resolution der Exekutive vorgelegt werden soll und nicht vorgelegt wurde, hat mich die Exekutive ermächtigt, zu erklären, daß sie bittet, die Abstimmung auf morgen zu verschieben. Diese Erklärung habe ich nicht im Namen des Permanenzausschusses, sondern im Auftrage der Exekutive gemacht. Vizepräsident Motzkin: Zunächst eine Richtigstellung. Das Präsidium hat es nicht abgelehnt, die Resolution vorzulesen, sondern es war eine rein formale Frage, ob der Vorsitzende des Permanenzausschusses oder des Kongresses es tun soll. .. Zweitens: da Herr Sokolow neben mir saß, habe ich ihm die Resolution unterbreitet und er erklärte sich mit Ausnahme eines einzigen harmlosen Worten einverstanden. Daraufhin fühlte ich mich verpflichtet, diese Resolution vorzubringen. Zur Geschäftsordnung erteile ich dem Herrn Delegierten Berlin das Wort. Delegierter Meier Berlin (Misrachi-Amerika, spricht hebräisch): Hoher Kongreß! Das Vertrauensvotum ist einer der feierlichsten Momente des Kongresses, besonders dieses Kongresses, bei dem die Debatte so groß war und dessen Wirkung nach Außen und nach Innen tief und nachhaltig sein wird. Da nun die Herren der Exekutive den Saal verlassen und gewisse Fraktionen erklärt haben, es sei ihnen unmöglich, jetzt abzustimmen, stelle ich nochmals den Antrag auf Vertagung der Abstimmung. Vizepräsident Motzkin: Verehrter Kongreß! Wir stimmen jetzt ab. Wer für die Vertagung der Abstimmung ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag auf Vertagung ist angenommen. Die Sitzung ist geschlossen. Die nächste Sitzung findet morgen um 11 Uhr Vormittag statt. Schluß der Sitzung: 2 Uhr nachts. 294