Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 301)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vizepräsident Motzkin: Herr Kaplansky hat einen Antrag zur Geschäftsordnung gestellt. Wünscht jemand das Wort dagegen? Delegierter Izchak Grünbaum (Polen, spricht jüdisch): Ich möchte fragen, wie sich die Exekutive zu dem Vorschlag Kaplansky verhält. Wenn die Exekutive sich mit dem Vorschlag Kaplanskys einverstanden erklärt, hat der Kongreß kein Recht, diesen Wunsch nicht zu erfüllen. Ich bitte den Herrn Präsidenten W e i z m a n n, sich über seine Stellung zu dieser Frage zu äußern. Präsident Dr. Weizmann: Ich gebe keine Erklärung ab. Mitglied des A.C. Dr. Georg Halpern (spricht deutsch): Hoher Kongreß! Wir sind heute am vierten Tage unserer Arbeiten. (Zwischenrufe.) Es ist eine Atmosphäre der Unruhe, die sachlich nicht notwendig ist und die uns in der Weiterführung der Geschäfte behindert. Um zur Ruhe für die Arbeit kommen zu können, müssen wir dieses Kapitel abschließen. Sie wollen verschiedene Verwahrungen und Deklarationen abgeben. Sie werden dazu bessere Gelegenheiten haben. Stellen Sie dies als Forderung, wenn Sie Ihre neue Leitung wählen. Halten Sie sich jetzt bei Formalitäten nicht auf und lassen Sie mich nur ein Wort sagen: Es gibt etwas, was nicht unter die Decharge fällt, und das ist die Balfour- Deklaration und San Remo. Dafür brauchen die beiden Männer keine Decharge. Schließen Sie dieses Kapitel ab, stimmen Sie nach dem Vorbilde des Misrachi und wenn Sie heute Ihre Formeln für die Verwahrung noch nicht haben, so bringen Sie sie morgen. Aber machen Sie mit diesem Kapitel Schluß, damit Sie unsere Weiterarbeit ermöglichen. Sprechen Sie der Leitung Ihren Dank aus und erteilen Sie ihr die Decharge. (Beifall. — Rufe: Abstimmen!) Delegierter Dr. M. Soloweitschik (Litauen-Kowno, spricht deutsch): Hoher Kongreß! Ich glaube, daß wir uns alle dem Standpunkte des Herrn Dr. Halpern anschließen müssen, daß die internationalen Akte, die unseren Bestrebungen in Palästina zugrunde liegen, keiner Decharge bedürfen. Die Leitung hat mich ermächtigt, zu erklären, daß sie die Meinung des Kongresses hören möchte. Sie bittet daher, da ein Teil des Plenums sich heute noch nicht äußern kann, die endgültige Fassung dieses Teiles der Decharge an die Leitung auf morgen zu verschieben. Vizepräsident Motzkin: Es ist konstatiert worden, daß Herr Dr. Soloweitschik den offiziösen Auftrag hatte. Ich habe mich an die Leitung und an den Herrn Präsidenten wiederholt gewendet, und Sie haben die Antworten gehört. Sie haben nun selbst darüber zu bestimmen. Die Frage ist folgende: Es liegt ein Antrag zur Geschäftsordnung vor, die Abstimmung über diese Resolution auf morgen zu verschieben. Wer dafür ist, den bitte ich, die Hand zu > erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Meine Damen und Herren! Die Majorität hat es abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vor der Abstimmung hat Herr Kaplansky zur Motivierung das Wort. Mitglied des A. C. S. Kaplansky (spricht jüdisch): Geehrter Kongreß! Im Namen der Delegation..... (Großer Lärm.) 19* 291