Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 300)
- Language
- German, English, Hebrew
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nächsten Kongreß mit Recht von dieser Leitung größere Taten verlangen können. Ich wünsche, daß diese großen Taten auch geschehen mögen. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen. — Der Kongreß erhebt sich. — Die Versammlung singt stehend die Hatikwah.) Vizepräsident Motzkin: Namens des Permanenzausschusses ist folgende Resolution eingebracht worden (liest): „In dankbarer Anerkennung der durch die Balfour-Deklaration und den Beschluß von San Remo gekrönten wirkungsvollen politischen Arbeiten der Herren Präsidenten Dr. Chaim Weizmann und Nahum Sokolow und in der bestimmten Erwartung, daß die durch diese Arbeit errungene Bestätigung der Rechte des jüdischen Volkes bald in Erez Israel ihre volle Verwirklichung finden werde, spricht der Kongreß der Exekutive sein Vertrauen aus und erteilt ihr die Decharge." Zur Abstimmung hat Herr Struck das Wort. Delegierter Hermann Struck (Misrachi-Deutschland, zur Abstimmung, spricht deutsch): Meine Damen und Herren! Es ist jetzt nicht die Stunde zu langen Erörterungen und schönen Reden. Darum will ich kurz und sachlich sagen, was ich Ihnen zu sagen habe. Im Namen des zionistischen Sonderverbandes Misrachi und derjenigen Delegierten, die sich unserer Fraktion angeschlossen haben, habe ich folgende Erklärung zu überreichen. (Liest.) „Der Misrachi bringt seinen tiefen Schmerz zum Ausdruck über die in bestimmten öffentlichen Institutionen in Erez Israel vorgekommenen Verletzungen der geheiligten Gesetze unseres Volkes, sowie besonders darüber, daß die zionistische Leitung bisher keine geeigneten Schritte unternommen hat, um derartigen Vorgängen ein Ende zu bereiten. Jedoch vertraut der Misrachi darauf, daß der Kongreß die geeigneten Mittel finden wird, um derartige Geschehnisse in Zukunft zu verhindern, und im Hinblick auf die großen politischen Erfolge der Leitung gibt der Misrachi dem Dankes- und Vertrauensvotum des Kongresses an die Leitung seine Zustimmung". (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. Zahlreiche lärmende Zwischenrufe.) Vizepräsident Motzkin: Ich bitte nicht fortwährend solche Zwischenrufe zu machen. Wir haben hier absolute Redefreiheit und Sie werden niemanden durch Geschrei niederstimmen. Das Wort hat Herr Kaplansky. Mitglied des A. C. Salomon Kaplansky (Poale-Zion, spricht jüdisch): Geehrter Kongreß! Wir haben gewußt, daß die Diskussion so schnell wie möglich beendet werden soll, damit der Kongreß zu positiven Arbeiten kommt. Deshalb wollten wir die Abstimmung nicht unnötig aufhalten. Leider hat sich die Debatte sehr verzögert und es ist klar, daß wenigstens ein Teil der Fraktionen mit der Formulierung ihrer Deklaration zu der Abstimmung auf die Schlußreden der Vertreter der Exekutive und des Herrn Präsidenten gewartet haben. Ich meine, es ist ein gerechtes Verlangen, wenn wir bitten, die Abstimmung bis morgen früh zu verschieben. (Zwischenrufe: Obstruktion!) Ich protestiere energisch dagegen, daß man mein Verlangen als Obstruktion bezeichnet. Ihr habt kein Recht, unsere Motive zu verdächtigen. Es ist ein aufrichtiges Verlangen. Die Schlußreden sind erst jetzt gehalten worden, der Kongreß wird nichts verlieren, wenn die Abstimmung bis morgen vertagt wird. (Lebhafte Zwischenrufe.) 290 %