Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 297)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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ganze politische und finanzielle Arbeit, sabotiert die Organisation und die Agitation. Und jetzt verlangen Sie von mir Resultate. Ich habe alles gegeben, was ein Mann geben kann. Gebt jeder ein Zehntel meiner Lebensarbeit, einen Maasser des Lebens, dann wird der Keren Hajessod voll und stark sein. (Stürmischer Beifall.) Und nun noch ein Kapitel, das vielleicht einen Sturm hervorrufen wird, wie ich schon gesehen habe, das Kapitel Samuel. Meine Herren von der Linken, meine Freunde von der Linken, ich bitte Sie, darauf zu hören. Vielleicht bin ich für das Kapitel Samuel verantwortlich. In dieser Versammlung gibt es keinen andern Menschen, der an der Ernennung Samuels mehr Anteil und mehr Freude hatte als ich. Samuel ist unser Freund, er hat mit uns redlich gearbeitet vom ersten Moment an, er hat auch auf unser Verlangen, auf unsere Bitte, von unserer moralischen Autorität gestärkt, den schweren Posten angenommen. Samuel wird noch heute in einem Memorandum, dessen Kopie ich habe und von dem ich Ihnen eine Photographie zukommen lassen kann, von der arabischen Delegation als Zionistenführer verschrieen. Samuel ist in der nicht beneidenswerten Situation, von beiden Seiten Schläge zu bekommen. Samuel hat große Fehler begangen, und ich bin bereit, der politischen Kommission meinen Briefwechsel mit Samuel zu unterbreiten. Sie werden sehen, daß wir mit Samuel in Worten gesprochen haben, die ebenso scharf und vielleicht noch schärfer wirken als die heutige Demonstration. Aber er ist unser Samuel, er ist ein Produkt unseres Judentums; und vergessen Sie eines nicht: Erez Israel und Palästina sind nicht identisch und werden noch für lange Zeit nicht identisch sein. Samuel ist High Commissioner für Palästina, und w i r sind High Commissioners für Erez Israel. Und es werden vielleicht Zeiten kommen, wo diese zwei High Commissioners miteinander einen schweren Stand haben werden. Hoffen wir, daß es nie dazu kommt! Wir haben ihn auf die Stelle gebracht und haben ihn zum Teil dadurch geschwächt, daß wir mit ihm nicht gearbeitet haben. Fangen wir an zu arbeiten und sehen wir dann, vielleicht ist es ein anderer Samuel. So lange das nicht geschehen ist, dürfen wir die Hände gegen Samuel nicht heben, denn Sie wissen nicht, wer nachher kommen wird. (Sehr richtig!) Es wird notwendig sein, daß unsere besten, klügsten und energischesten Männer von hier aus, von diesem Kongreß zu Samuel gehen und ihm sagen, was wir von ihm verlangen und ihm die Mittel bieten, es durchzuführen. Das müssen wir tun und arbeiten müssen wir, ehe wir Demonstrationen gegen ihn machen. Wie bitter es auch sein mag, Sie haben sich nicht zu beklagen, wenn Sie dulden und wenn Sie leiden, Herr de Lieme, denn wir haben ein Ziel, für welches wir dulden und leiden. 287