Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 293)
- Language
- German, English, Hebrew
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jüdische Volk machte ims nach San Remo aus dem Munde der berufenen Vertreter einer jüdischen Gemeinschaft, die dreieinhalb Millionen Juden hat, einer Gemeinschaft, von der bloß ein Bruchteil das ganz kleine Palästina aufbauen könnte, eine Bankerotterklärung. Und nach dieser Bankerotterklärung begann all das, was sich zugetragen hat. Und wenn jemand in diesem Saale sich einbildet, daß ich nach Amerika gefahren bin, um eine Strafexpedition zu leiten, so irrt er sich gewaltig. Ich bin hingefahren, um diese Judengemeinde zu entdecken. Ich erklärte noch vor meiner Abreise: meine Reise ist die Reise eines jüdischen Columbus, der das jüdische Amerika noch einmal entdecken muß. Denn man hatte uns dieses jüdische Amerika vorenthalten, und zwischen uns und dem jüdischen Amerika richtete sich eine eiserne Wand auf, die durchbrochen werden mußte, und ich mußte meinen armen Kopf dazu brauchen, diese eiserne Wand zu durchbrechen, weil kein anderer da war, der es tun konnte oder tun wollte, Ich habe auch eine hohe Meinung von Herrn B r a n d e i s, den ich ebenso gut kenne wie Herr Simon. Als ich nach Amerika kam — und dies soll bekannt werden und damit schließe ich diese Geschichte — bin ich zu Herrn Brandeis gekommen. Ich erzählte ihm über Palästina, erzählte ihm, was ich gesehen hatte, und sagte ihm: Herr B r a n d e i s, diese C h a 1 u z i m, von denen so viel gesprochen wird und die wirklich eine der schönsten Erscheinungen Palästinas sind, diese Chaluzim sind Männer, die jetzt auf der Pisga stehen und Palästina nur von der Ferne sehen. Damit sie in Palästina bleiben können, müssen wir heute zu arbeiten anfangen. Wir glauben in unserer Weisheit, daß der Keren Hajessod dazu dienen wird. Herr Brandeis, wenn Sie die Chaluzim im Lande verankern wrollen, wenn Sie sie von der Pisga herunterholen und auf das Land Erez Israel stellen wollen, so setzen wir heute mit der Arbeit ein! Lange, und ich glaube inbrünstig und überzeugend mit allem, was ich konnte, sprach ich zu ihm von dem Zustande in Palästina. Ich sprach auch zu ihm von dem heranziehenden Gewitter, das nachher wirklich ausgebrochen ist. Diejenigen, die meine Berichte über Palästina gelesen haben, wissen, daß ich dieses Gewitter vorausgesagt habe. Nach all dem — und ich glaube, ich kann einen Bericht über Palästina geben — hat Herr B r a n d e i s mit mir über — das Wetter zu sprechen angefangen. Und damit war Brandeis für mich erledigt und für Sie auch. (Lebhafter Beifall.) Es ist möglich, daß nicht genug für den Keren Hajessod in Amerika gesammelt worden ist. Ich könnte einen schlechten Witz machen und den Herren, die jetzt wieder von einem Fiasko reden, sagen, daß man gewissen Leuten nicht eine halbe Arbeit zeigen soll. (Heiterkeit.) Warten Sie! Zwei oder drei Jahre war die amerikanische Arbeit demoralisiert. Schaffen Sie eine amerikanische Organisation, die gesund ist — der Kern dazu ist da — 283