Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
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eine ganze Menge Leute, die diese Forderungen kennen — die uns unter den damals bestehenden Umständen möglich erschienen. Wir verlangten, daß als Symbol unseres historischen Zusammenhanges mit Palästina der Kotel hamaarawi an das jüdische Volk zurückgegeben werde. Wir verlangten zweitens die Gründung der jüdischen Universität noch jetzt, während des Krieges, und wir verlangten drittens, daß ein großer Teil der brachliegenden Ländereien jüdischen Händen zur Bearbeitung übergeben werden solle. Wir waren also diesem Prinzip, das Sie alle mit so großer Geschicklichkeit formuliert haben, nicht fremd, dem Prinzip, daß parallel mit der diplomatischen Arbeit auch eine reale Arbeit in Palästina vor sich gehen müsse und daß sich diese diplomatische Arbeit ihre Stützpunkte suchen müsse in der Durchführung und Schaffung von Dingen und Bedingungen in Palästina. Es war aber nichtmeine Auf gäbe und es war auch nicht S o k o 1 o w s Aufgabe, die wir eine lange Straße fegen mußten, diese Dinge und Bedingungen zu schaffen. Dazu, Julius Simonrhaben wir Dich noch im Jahre 1918, noch während des Krieges geholt und wir haben Dir alle Karten in die Hand gegeben und haben Dir alle die Möglichkeiten, die wir besaßen, gegeben und haben Dir gesagt — und Du Freund Julius Simon wirst Dich dessen erinnern, wie oft habe ich es Dir wiederholt: Sei fertig am 2. Juni, wenn am 1. Juni das Mandat erteilt wird. Und dieser 2. Juni kam, und es folgten Wochen und Monate und ein Jahr folgte darauf, und Du warst nicht fertig. Und darum ist meine Arbeit, Herr de Lieme, auf das Diplomatisieren heruntergesunken. Und das hätten Sie mir nicht antun sollen, am wenigsten das sagen sollen. Ich könnte eine lange Geschichte erzählen, und es wäre auch zu dieser Stunde für den Kongreß interessant. Ich könnte lange darüber erzählen, wie wir auf dem langen Wege nach San Remo gekommen sind. Aber ich unterlasse das jetzt. Das ist in diesem Moment nicht nötig. Wenn wir alle nicht mehr sind, werden andere Richter über uns richten und vielleicht gerechtere. Aber was wichtig ist, ist diese ungeheuer tragische Zeit, die von San Remo bis heute verlaufen ist. Auf der Londoner Konferenz standen wir alle hilflos da, und diese Hilflosigkeit drückte sich aus in der ungeheuren Diskrepanz zwischen einem Budget von 4 Millionen, das Ussischkin mit den Palästinensern ausgearbeitet hatte, und der Antwort der Amerikaner: Wir wissen nicht einmal, ob wir Ihnen das kleine Budget, das wir Ihnen bis heute geschickt haben, bewilligen können. Jupiter zürnte, weil Ussischkin die Frechheit hatte, 4 Millionen Pfund, — nach San Remo 4 Millionen Pfund! — vom jüdischen Volk für den Aufbau Palästinas zu verlangen. Das war die Situation. Stolz hatten wir den englischen Staatsmännern erklärt: Das jüdische Volk hat einen Willen, das jüdische Volk hat Gel d, das jüdische Volk hat Menschen. Aber dieses 282