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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 280

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 280 (sequence 290)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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dienen, so hätte ich das getan, und ich glaube, ich hätte mit reinem Gewissen von diesem Kongresse das Absolutorium dafür verlangt. Das ist es aber nicht, und wenn Sie heute alle englischen Imperialisten fragen, ob ihnen Palästina für ihre imperialistischen Zwecke nötig ist, so werden Sie ein glattes Nein zur Antwort bekommen. Palästina ist für England vom strategischen, vom militärischen Standpunkte aus nutzlos, und diejenigen, die sich eingebildet haben, daß wir, d. h. das jüdische Palästina, für den Lebensnerv Englands, den Suezkanal, absolut notwendig sind, haben sich geirrt. Vielleicht verstehen die englischen Strategen ihr eigenes* Interesse nicht, das ist möglich; aber das ist ihre Meinung, und diese Meinung besteht. Wenn Sie heute die Vertreter der englischen Marine und der englischen Armee befragen, so werden Sie von hundert Antworten 95 gegen die Beibehaltung Palästinas erhalten und bloß 5 dafür. Ich glaube, das ist klar. Also bilden Sie sich nicht ein, die Beschützer des Suezkanals zu sein. Dafür hat England anderweitig gesorgt. Es ist aber eine andere Koinzidenz von Interessen und gerade die, auf welche Herr Kaplansky aufmerksam gemacht hat, von der er aber gedacht hat, daß wir sie übersehen hätten. Das ist, was man englisch goodwill nennt, der gute Wille des jüdischen Volkes. England mit seinem weltumspannenden Blick hat vielleicht aus Gründen, die ich andeuten möchte, tiefer und früher als irgend eine andere Nation verstanden, daß die Judenfrage, die wie ein Schatten über die Welt herumspaziert, zu einer ungeheuren Kraft des Aufbaues und zu einer ungeheuren Kraft der Destruktion werden kann. Und England hat es verstanden, — und da liegt vielleicht ein kleines Verdienst von uns, daß wir zu diesem Verständnis beigetragen haben, — daß diese Ausnutzung des jüdischen guten Willens und die Kanalisierung der jüdischen konstruktiven Kräfte durch Palästina einen ungeheueren Nutzen bringen wird. Und darum waren es nicht die englischen Generale und nicht die englischen Imperialisten, sondern die englischen Intellektuellen, die zunächst zur Grundlage unserer Politik und unserer Arbeit wurden. Balfour hat die Balfour-Deklaration schon lange vor dem Kriege erkannt, der Krieg hat nur zu ihrer Beschleunigung beigetragen. Und darum waren es Männer wie C. P. Scott und andere, auf die wir uns mit Sicherheit stützen können. In dieser kleinen geschichtlichen Einleitung liegt zum Teile die Antwort, die schon mein Freund, Kollege und langjähriger Mitarbeiter, Herr S o - ko 1 ow, gegeben hat, die Antwort auf das Scherzwort vom Diplomatisieren,Herr de Lieme. Sie haben in einem Ihrer Sätze an meine Gefühle als Gentleman appelliert; ich tue dasselbe. 280

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