Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 278

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 278 (sequence 288)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4578-3480722
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Organisation intervenieren, offiziös, offiziell, hochoffiziell (Heiterkeit), immer, wenn es gilt, für das Leben, für die Ehr e und für die Rechte des jüdischen Volkes einzutreten, (Stürmischer Beifall.) Herr de Lieme, wer denn sonst soll dies tun? Eine andere jüdische Institution soll uns repräsentieren? Sie darf gehen, sie kann das jüdische Volk repräsentieren und wir, die Zionistische Organisation, nicht? Ein kleiner Verein von Philantropen in Paris kann gehen und kann mit den Regierungen und mit den Parteien und mit den Parlamentsmitgliedern im Namen des jüdischen Volkes reden und wir, die wir Millionen Juden vertreten, welche wohlorganisert sind, wir dürfen es nicht tun? Wo ist da die Logik? Das ist es, was wir getan haben. Da ist es durchaus nicht am Platze, daß man mit burschikoser Ironie davon spricht, daß man in Paris gesessen ist und sich amüsiert hat. In Paris wurden die größten Arbeiten sowohl für den Zionismus wie für den Schutz unseres Volkes vollbracht. Ohne Paris wäre nicht London — und es war erhebend zu sehen, wie sich die leidende Diaspora um uns scharte. Es hat sich um das Leben des jüdischen Volkes gehandelt. Verklaget mich beim zionistischen Gericht! Wir machen daraus kein Monopol. Wir sagen nicht, es ist dies eine ausschließlich zionistische Aufgabe. Wir sagen, es ist eine jüdische Aufgabe. Aber wir wollen uns beteiligen, wir beteiligen uns mit 90% daran, und das ist nicht unsere Schuld, sondern Schuld der anderen. Im Volke sind diese Diskussionen nicht vorhanden. Von den christlichen Staatsmännern, welche ich wegen der jüdischen Sorgen gesprochen habe und die ich gebeten habe, den Juden zu helfen, hat mich keiner gefragt: wie läßt sich das vereinigen, Ihr verlangt Erez Israel und Schutz für die Juden? Die haben es für selbstverständlich gehalten. Wer denn sonst soll sich der Rechte der Juden annehmen, wenn nicht die Zionistische Organisation? Deshalb soll man nicht vom Diplomatisieren reden, sondern von B e - schützungsarbeit. Ich erkläre Euch, daß ich dies für einen integrierenden Teil der zionistischen Arbeit halte. (Lebhafter Beifall.) Nur noch eines, hoher Kongreß! Es ist mir sehr unangenehm, daß ein Redner, der dabei wahrscheinlich sehr edle Motive gehabt hat, aber leider keinen sehr guten Geschmack, eine polemische Note angeschlagen hat, in'einer Sache, die für mich heilig ist. Er hat mir den Vorwurf gemacht, daß ich in den paar Worten, die ich über unseren seligen Präsidenten Wolffsohn gesprochen habe, das Prädikat der gute und nicht der unsterbliche Wolffsohn benutzt habe. Ihm hätte es besser gepaßt: der unsterbliche Wolffsohn. Ich habe aber gesagt, sein Name werde ständig mit dem Namen Herzls verbunden bleiben. Und ich habe gleich vom Anfang an gesagt, daß ich es bedauere, daß ich bei der ungeheuren Anzahl von Nekrologen jedem nur einen kurzen 278

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.