Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 279)
- Language
- German, English, Hebrew
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Erezlsraelgehen. Wir werden noch manche schwere Minute durchleben müssen. Gehen wir aber nach Erez Israel, zehn um zehn, hundert um hundert, tausend um tausend, Hunderttausende: und die arabische Frage ist gelöst. So ist die Lage. Schwer ist sie, ökonomisch und politisch. Es gibt aber Todesqualen, die mit dem Tode endigen, und G eburtswehen, die neues Leben bringen. Die Galuthleiden sind Todesqualen. In Erez Israel erleben wir die Geburtswehen eines neuen nationalen jüdischen Lebens. Unser Weg ist schwer, eine via dolorosa. Wir brauchen in Erez Israel zwei Arten von Chaluzim, solche, die Steine hauen, und solche, die gesteinigt werden. Wenn Ihr jetzt jemanden nach Erez Israel sendet, wählet Chaluzim, Pioniere, die furchtlos die Steine aufnehmen, die Ihr auf sie werfet. Die werden Erez Israel bauen. (Stürmischer, langanhaltender, wiederholt sich erneuernder Beifall und Händeklatschen im Saale und auf den Galerien.) Vizepräsident Motzkin: Es wird mir mitgeteilt, daß sich die Galerie an den Beifallsbezeugungen beteiligt. Das ist nicht statthaft. Das Wort hat Herr S o k o 1 o w. Präsident der Exekutive Nahum Sokolow (mit stürmischem Beifall begrüßt, spricht deutsch): Verehrter Kongreß! Wir haben soeben eine Begrüßungsdepesche erhalten, die ich vorlesen werde. (Liest, englisch): „Ich sende dem Zionistenkongreß meine herzlichsten Grüße und freue mich, daß die Verhältnisse seinen Wiederzusammentritt gestatten. Ich bin überzeugt, daß seine Beratungen zu Fortschritt und Eintracht in Palästina führen werden, welchem Ziele meine Bemühungen andauernd gewidmet sind. Herbert Samuel." (Lebhafter, langanhaltender Beifall. — Lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Herr Sokolow. (Anhaltender Lärm.) Meine Herren! Wir haben hier das freie Wort, aber nicht zum Schreien. Präsident der Exekutive Nahum Sokolow (fortsetzend): Ein Wort! Lassen Sie die Kundgebungen auf beiden Seiten! Ich habe ja nur diese Depesche vorgelesen; über die Depesche selbst können wir noch reden und wir werden noch darüber reden. (Andauernde Unruhe.) Ich bitte Sie um Ruhe. Geehrter Kongreß! Im Laufe der Generaldebatte hat einer der Redner — verzeihen Sie, daß ich seinen Namen nicht nenne — bemerkt, daß er erwartet habe, einen begeisterterenKongreß zu sehen als denjenigen, der sich hier versammelt hat. Jetzt nach 269