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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 267

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 267 (sequence 277)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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und unter der Kontrolle der allgemeinen Zionistischen Organisation geführt wird. Wir sind aber gegen jene Privatinitiative, die nur zerstört und gegen unsere Arbeit agitiert. Zur Privatinitiative gehören 3 Dinge: Politische Hilfe, Informationen und Kredit. Wir mußten für jeden Kapitalisten, der nach Palästina kam, beim Oberkommissar und anderen Behörden intervenieren, um für ihn Konzessionen zu erwirken; wenn dann alles fix und fertig war, war dieser Kapitalist längst jenseits des Meeres. Wie oft bin ich bleich und rot geworden, wenn mich Samuel fragte: Nun, wo sind die Leute, ich habe es ja erlaubt? (Ruf: Zu spät!) Machen Sie es schneller! (Heiterkeit.) Man beklagt sich, die Information sei schlecht und ungenügend. Die Abteilung für Information ist schwach, sie muß verbessert werden. Aber ich meine nicht, daß auch in Zukunft die Information jedermann zufriedenstellen wird. Unsere Informationen können vorläufig überhaupt nicht genügend sein. Dazu gehören entweder Fachleute für jede Industrie oder eine entwickelte Industrie. Letztere besteht in Palästina nicht und im Waad Hazirim eine Schar von Fachleuten zu engagieren, sind wir nicht imstande. Wir brauchen Pioniere zweierlei Art: Mit körperlichen und wirtschaftlichen Kräften. Aber schon der Talmud und unsere Weisen haben darauf hingewiesen, daß Menschen lieber ihrLebenals ihrGeld opfern. Ich gehe zu einer anderen Arbeit über. Das Schulwesen ist das rote Tuch in unserer Bewegung geworden. Herr Julius Simon, vergessen Sie nicht den fünften Kongreß, wo Sie auf der Galerie standen zum Zeichen des Protestes dagegen, daß man die Kulturfrage von der Tagesordnung abgesetzt hat. Das Schulwesen und die Kulturarbeit aus der Zionistischen Organisation herausnehmen und sie einer Gesellschaft von Liebhabern übergeben, heißt die Seele aus einem Körper reißen und den toten Körper liegen lassen. Das wird nicht geschehen. Das Schulwesen ist unser einziger Trost, das bißchen Kultur und das bißchen Hebräisch, das wir geschaffen haben. Aber man hat — nicht Simon und de Lieme, aber ihre Stellvertreter — einen häßlichen Kampf gegen die Lehrer entfacht, gegen die Pioniere unserer Kultur, die ebenso viel gelitten und geopfert haben, wie die andern Pioniere. Vergesset nicht, was für ein Volk wir sind! Der Begründer unserer Nation, Mosche Rabbenu war kein Businessman, sondern ein Kulturträger. Jetzt wächst in Palästina eine Tendenz zur Assimilation an die englische Aristokratie, mit welcher wir auf Tod und Leben streiten und unsere Streiter in diesem Kampfe sind die Kinder unserer Schulen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nicht eine Schule, nicht ein Kindergarten darf aufgegeben oder einer privaten Gesellschaft ausgeliefert werden. Das Schulbudget, sagt man, ist ein zu g r o ß e s. Aber es ist nicht deshalb groß, weil wir zu viele Schulen haben, sondern weil wir zu 267

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