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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 265

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 265 (sequence 275)
Language
German, English, Hebrew
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hätten es nicht gewagt, sich dorthin zu begeben und sogar der alte Jischuw, besonders Petach Tikwah, wäre vollständig zugrunde gerichtet worden. Was hat der Waad Hazirim in den letzten 4 Jahren getan? Ich selbst war ja nur kurze Zeit im Lande, vom Oktober 1919 bis Juni 1920 und vom September 1920 bis Februar 1921. Wir wollen hier in Kürze überblicken, was dort geschehen ist. Das erste und wichtigste, was wir anstreben, ist Geullath Haarez, den K a u f v o n Boden. Von allen Seiten hören wir den Ruf: Warum kauft der Waad Hazirim keinen Boden? Bis zum August v. J., das wißt Ihr alle sehr gut, konnte man im Lande nichts kaufen, da war der Bodenkauf verboten. Aber bei der ersten Möglichkeit haben wir einen Teil des berühmten Emek Jesreel gekauft. Den Dank, den wir dafür bekommen haben, kennen Sie ja gut. Ich weiß nicht, ob der Boden billig ist oder nicht, aber sieben Direktoren des N. F. haben dafür und einer dagegen gestimmt. Ich möchte Ihnen etwas sagen, nicht um mich für die Vergangenheit zu rechtfertigen, sondern damit es als Richtlinie für die Zukunft verwertet wird: Boden ist teuer, aber wenn es sich um Erez Israel handelt, so gibt es etwas, was noch teurer ist, und das i s t d i e Z e i t. Wenn ich vor dem Dilemma stehe: heute und teuer, morgen und billig, so werde ich sagen: heute. (Beifall.) Spekulationen darf ich auf eigene Rechnung machen; mit Erez Israel, mit unseren teuersten Volksinteressen darf man nicht spekulieren. Wenn Sie den Kauf teuer finden, so werden Sie sagen, Ussischkin und Ruppin sind schlechte Kaufleute; wenn wir aber den Boden nicht gekauft hätten, so müßte man uns als Verbrecher bezeichnen. Man hat mir vorgeworfen, ich habe die Formalitäten nicht eingehalten. Ich habe in meiner Jugend Talmud gelernt und könnte Ihnen beweisen, daß das nicht ganz richtig ist. Aber ich nehme diesen Vorwurf gelassen hin: Werfen Sie mich aus der Exekutive heraus — aber der Emek wird jüdisch bleiben. (Lebhafter Beifall.) Ich will Euch für die Zukunft noch eine Lehre geben: Schafft nicht Konflikte zwischen der lebendigen Arbeit und bloßer Formalität, wartet nicht, bis alle Angelegenheiten von Erez Israel in London, in New York oder im Haag beschlossen sind. Gebt lieber die Möglichkeit, daß Euere Menschen an Ort und Stelle beschließen, dann werdet Ihr keine Konflikte haben. Herr de Lieme hat uns vorgeschlagen, anderweitige Käufe zu machen und städtischen Boden zu erwerben, in Jerusalem u. a. 0. Ihr wißt doch sehr gut, daß der Kauf von Emek uns nicht abgehalten hat, in Jerusalem zu kaufen, und bei der ersten Möglichkeit werden wir weiter kaufen, und wer auch nach uns kommen sollte, er möge unter allen Umständen kaufen. Wir haben in einem halben Jahre fünfmal soviel Boden erworben, als 265

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