Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 250)
- Language
- German, English, Hebrew
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daß dieselben Herren sich bemühen, B r a n d e i s und andere Männer in Amerika aus der Organisation zu verdrängen. Wenn W e i z m a n n nicht nach Amerika gegangen wäre, so wären jene Leute wahrscheinlich von den amerikanischen Zionisten selbst verdrängt worden. In der ganzen Kritik habe ich nicht ein Wort der Anerkennung für die ungeheuren Leistungen unserer Führer auf dem Gebiete der Diplomatie und Politik gehört. Dies war doch sicher die Gelegenheit, wo die große Leistung der Erlangung der Balfour-Deklaration hätte Anerkennung finden sollen. Das haben unsere Führer doch wirklich verdient. Wir sind uns wohl bewußt, daß jetzt eine Stimmung der Unzufriedenheit in allen zionistischen Kreisen herrscht. Auch wir sind unzufrieden, und wir haben uns hier auf dem Kongreß versammelt, um dieser Unzufriedenheit Ausdruck zu geben. Aber konzentrieren wir uns lieber auf eine Kritik, welche zu konstruktiver Arbeit und zu Besserungen in der Zukunft führt und suchen wir nicht Mängel in der Arbeit, welche geleistet oder nicht geleistet wurde. Ich bitte Sie: Lassen Sie uns zu unseren Wählern zurückkehren und die Atmosphäre des Verdachtes und Zweifels, die in jeder Gruppe und Landsmannschaft in der zionistischen Bewegung herscht, reinigen. Es gibt noch viele Fragen, die einer Aufklärung bedürfen. Ich spreche als einer, der oft zu englischen Juden kommt und von ihnen Geld für zionistische Zwecke verlangt. Dort werden uns viele Fragen gestellt, auf die wir eine Antwort haben möchten. Ich möchte einige dieser Fragen hier aufzählen, die unsere Führer wahrscheinlich noch im Laufe dieses Nachmittags werden beantworten können. Da ist vor allem die A r a b e r f r a g e. Es ist viel vom Araberproblem in Palästina gesprochen worden. Was ich wissen möchte und was viele von uns wissen möchten, ist, ob vor Beginn der Agitation etwas in Bezug auf die Araber getan wurde. Ferner möchten wir um Aufklärung über folgenden Punkt bitten. Die Anklage ist wiederholt erhoben worden, insbesondere aus Palästina, daß die Juden Palästinas von der Zionist Commission vernachlässigt werden. Es wird behauptet, daß, während wir uns bemühen, Chaluzim und andere neue Kräfte ins Land zu bringen, ein Strom der Auswanderung aus Palästina geht. Ich wohne in einem großen Hafen und kann bezeugen, daß kein Tag und keine Woche vergeht, ohne daß junge jüdische Leute, die in Palästina geboren und aufgezogen wurden, ihre Heimat verlassen müssen, um sich anderswo anzusiedeln. Was tut die Zionist Commission, um es ihnen zu ermöglichen, in Palästina zu verbleiben? Wenn wir ferner zu unseren Vereinen kommen und von Leuten Geld für den Keren Hajessod und den Jüdischen Nationalfond fordern, aber insbesondere für den Keren Hajessod, so wird uns die Frage gestellt: „Wieviel konkrete Arbeit ist von der Zionist Commission während der letzten paar Jahre geleistet worden? Ich möchte hierauf eine Antwort haben. Ein weiterer Vorwurf ist der der Geldverschwendung. Von allen Seiten wird uns gesagt, daß sehr wenig Arbeit geleistet werden konnte, weil nicht genügend Geld gegeben worden ist. Daraufhin aber wird die Frage gestellt: „Wenn so wenig Arbeit geleistet wird, wozu haben wir dann diese große Beamtenschaft innerhalb und außerhalb Palästinas, wo all das Geld eben nur die für den Unterhalt der Beamten notwendigen Ausgaben deckt?" Warum bereisen die Beamten aus Palästina immerfort Europa? So kommen die Leute dazu zu sagen, daß dieses Geld viel besser für andere Zwecke hätte verwendet werden können. Dies sind nun die Fragen, die geklärt werden müssen und die, wie ich hoffe, diesen Nachmittag Beantwortung finden werden. Ich möchte hierbei jedoch folgendes bemerken: 240