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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 239

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 239 (sequence 249)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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gramm aufgestellt und glaubten, auf dieses Programm das amerikanische Judentum für die Palästinaarbeit zu vereinigen. Und was geschah? Ich und mein Freund Masliansky wurden vor das „Kriegsgericht'4, vor das Gericht der zionistischen Organisation in Amerika gefordert, man warf uns Verrat, Verrat an der zionistischen Sache vor, man warf uns vor, daß diejenigen Schichten, an die wir uns wenden wollen, Feinde des Zionismus seien, was gar nicht wahr war. Soweit ging der enge Parteiegoismus. Meine Herren! Wenn Sokolow von Land zu Land, von Stadt zu Stadt reist, von einem Minister zum anderen herumfährt, wenn er zum Papst geht, so ist der Zweck dieser schweren Arbeit, dem Zionismus die allgemeine Zustimmung zu gewinnen. Aber es ist noch immer leichter bei den Nicht-Juden als bei den Juden die Zustimmung zu erlangen. Und wenn Sie auch alle Großen der zionistischen Bewegung und des Judentums nach Amerika schicken, das Geld für den Aufbau Palästinas bekommen Sie nicht leicht. So ist die Lage. Wieviel habt Ihr bei der letzten Kampagne für den Keren Hajessod, wo die Besten unserer Bewegung mühevolle Arbeit geleistet haben, aufgebracht? Kaum eine halbe Million Dollar. Und ich fürchte, daß es die besten Spender waren, die dazu beigetragen haben. Wo sind Euere 14 oder 15 Millionen, welche Amerika geben kann? Und wenn jemand außerhalb der zionistischen Organisation für Palästina arbeiten will, fordert man den Schekel! Ich sage es blutenden Herzens, denn Erez Jisroel ist mir teuer. B r a n d e i s hat viel für den Zionismus geleistet, aber er hat mehr zerstört als aufgebaut. B r a n d e i s ist nicht derVertreter des amerikanischen Judentums, sondern die Herren Schiff und M a r s h a 11. Und wissen Sie, wer die nächste Arbeit für den Keren Hajessod leisten wird? Unsere Rabbiner, Prediger, die an den hohen Feiertagen in den Synagogen und Tempeln das Volk zur Mitarbeit am Palästinaauibau, zum Maasser für den Keren Hajessod auffordern. Aber das amerikanische Judentum ist vom Zionismus unberührt, ist unbearbeiteter Boden, der erst bearbeitet werden muß. Vergessen wir also B r a n d e i s, er war für uns ein böser Traum, und gewinnen wir das amerikanische Judentum, ohne daß wir die Gewissensfrage stellen, ob es Schekel zahlt, ob es Zizes trägt. Unsere Parole soll lauten: Aufbau Palästinas. (Starker Beifall.) Vizepräsident Dr. Klumel: Das Wort hat Herr Raffalovitch. (Lebhafte Unruhe.) Der Redner meint, je mehr er gestört wird, desto mehr Zeit werde er in Anspruch nehmen. Sonst will er in 5—6 Minuten alles sagen, was er zu sagen hat. Delegierter Rev. I. Raiialovitch (Order of Ancient Maccabeans, England, spricht englisch): Meine Damen und Herren! Auf diesem Kongreß wurden einerseits die Erklärungen und die Politik der Exekutive, andererseits das Verhältnis der Exekutive zu Amerika kritisiert. Meine Damen und Herren, ich stimme mit Herrn Lipsky vollkommen darin überein, daß die ganze Frage der Beziehungen der Exekutive zu Amerika auf diesem Kongreß garnicht hätte berührt werden sollen; es ist dies eine Sache, die hauptsächlich und vor allem die Amerikanische Föderation angeht. Es tut uns allen leid, hervorragende und nützliche Männer zu verlieren, wie wir uns stets freuen, wenn einflußreiche und bedeutende Männer in unsere Reihen treten. Wir in England wissen aber, daß es einfach Unsinn ist, zu behaupten, daß W e i z m a n n und Sokolow Leute aus der Bewegung treiben. Niemand weiß, wieviel Weizmann und Sokolow getan haben, um neue Männer für die Bewegung zu gewinnen, wieviel Anstrengungen gemacht wurden, um Männer wie Sir Alfred Mond heranzuziehen, und trotzdem sagt man uns, 239

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