Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 236

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 236 (sequence 246)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4536-3480680
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Volk in England, in Amerika, in Südafrika und in vielen anderen Ländern auf die Aufforderung zur Subskription solcher Werte wartete. Die Berater von W e i z m a n n und S o k o 1 o w haben nicht gezeigt, daß sie einen weiten Blick besitzen in finanziellen Dingen .... Vizepräsident Dr. Klumel (unterbrechend): Ich mache Sie aufmerksam, daß Sie nur noch zwei Minuten Zeit haben. Delegierter Keßler (fortfahrend): .... und daß ihnen absolut das Verständnis fehlte, die Situation auszunützen. Das ist zum allergrößten Teile der Grund des Verlustes von Prestige und unserer wenig erfreulichen heutigen Lage. Man macht uns Juden so häufig den Vorwurf des Materialismus. Aber ich bedauere, nicht die geringste Spur von Materialismus in dem politischen Berichte entdeckt zu haben. Es ist uns bei der Eröffnung des Kongresses wiederum von berufenster Seite versichert worden, daß die britische Regierung sich bemühen werde, den Aufbau des jüdischen Heims in Palästina zu erleichtern. Nun, zum Aufbau des Heims gehört doch vor allem Boden; aber nirgends in dem Berichte ist zu lesen, daß definitive. Forderungen erhoben worden sind bezüglich der Uebergabe von Land für Zwecke der Ansiedlung, von solchen Landstrecken, welche gleichzeitig die Unterlage bieten könnten für Anleihen. Länder, welche Einwanderer wünschen, stellen ihnen Land zur Verfügung, und man würde es sehr wohl verstehen, wenn wir die Forderung aufstellten, daß Palästina die Methoden englischer Kolonialländer adoptieren und für die Einwanderer Ländereien reservieren sollte. Die Balfour-Deklaration bezieht sich doch auf ein materielles und nicht ein spirituelles Heim. Es ist spät, mit solchen Forderungen heute zu kommen, aber sie müssen erhoben werden, wenn die politischen Erfolge überhaupt die Möglichkeit fruchtbringender Arbeit zur Folge haben sollen. Der Streit mit der Brandeisgruppe in Amerika ist keine Folge plötzlich eingetretener Meinungsverschiedenheiten, wie es dargestellt wurde. Die Ursachen liegen weiter zurück. Es ist von Herrn L i p s k y richtig gesagt worden, daß bei den neuen Zionisten Mißtrauen erweckt wurde; er hat aber verschwiegen, wodurch es erweckt worden ist. Das Zerwürfnis hätte vermieden werden können, wenn die Leitung in kaufmännischen und finanziellen Dingen mit mehr Vorsicht und Voraussicht gehandelt hätte. Ich lege diesem Streite keine so große Bedeutung bei,, weil ich überzeugt bin, daß die Männer, deren Mitarbeit wir so notwendig brauchen, zurückkehren werden, wenn wir bessere Arbeit leisten. Es ist g 1 e i c h g i 11 i g, welcher Zionismus für Palästina Unterstützung gibt und Ansiedler liefert, ob es der Zionismus Sokolows, Brandeis oder Weizmanns ist. Zum Schlüsse noch eins. Hüten wir uns, im Golus einen künstlichen Maßstab konstruieren zu wollen für die Größe und Tiefe des jüdischen Nationalgefühls. Das wahre jüdische Nationalgefühl kann nur auf dem Boden Palästinas, in Erez Israel erwachsen. (Beifall.) Ein Delegierter: Ich bitte ums Wort zur Geschäftsordnung. Ich stelle die Anfrage,, wieviel Redner noch sprechen sollen. Vizepräsident Dr. Klumel: Es sind einige 80 Redner vorgemerkt. Heute kommen noch 11 Redner zum Wort außer den Mitgliedern der Exekutive. Ein Delegierter: Ich beantrage die Wahl von Generalrednern. 236

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.