Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 244)
- Language
- German, English, Hebrew
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einmal hieß, daß Feisal gegen die Proklamation auftrete. Da tat eine Bestätigung sehr not. Es war ein Pogrom in Jerusalem. Da war doch eine Bestätigung nötig. Und auch die Bestätigung der Balfour-Deklaration, die wir Donnerstag vom englischen Gesandten empfingen, war nötig und gut und war erzielt von denselben Herren, die alles erzielt haben. Es kann sein, daß wir, die wir in England tätig waren, die Leistungen von W e i z m a n n und S o k o 1 o w besser würdigen können. Aber ich glaube, jeder der hier Anwesenden ist sich der großen Pflicht bewußt, die dieser Kongreß auf sich trägt. Es ist unsere Pflicht, der Welt zu zeigen, daß der ganze Kongreß, und durch ihn das ganze jüdische Volk, die Autorität von S o k o 1 ow und W e i z m a n n voll und ganz, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft unterstützt. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren, ich will nur noch ein paar Worte hinzufügen. Der M i s r a c h i hat hier gesagt, daß es notwendig sei, daß die Juden, die nach Palästina einwandern, jüdisch leben. Ich möchte hinzufügen, daß es nicht das Privilegium des Misrachi ist, dies zu verlangen, sondern die ganze jüdische Welt verlangt, daß das neue jüdische Leben in Palästina rein und h e y i g sei. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Jeder Jude, der den Boden Palästinas betritt, muß ihn mit Ehrfurcht betreten. Aber nicht durch Resolutionen wird das Judentum gehoben, sondern durch Erziehung. ^Vergessen Sie nicht, daß viele unserer Chaluzim nach Palästina kommen, geschlagene Menschen mit zerrütteten Nerven, die soviel durchgemacht und gelitten haben, und wir können nicht auf einmal alles von ihnen verlangen. Aber ich glaube, daß in Palästina ein jüdisches Volk erstehen wird, wie wir es seit 1900 Jahren nicht gesehen haben. Das ist der Wunsch des ganzen jüdischen Volkes. Meine Damen und Herren! Ich hätte Ihnen als Vertreter der englischen Delegation noch sehr gern einiges über manche der Reden gesagt, die hier gehalten worden sind, einschließlich der Rede des Herrn J a b o - tinsky. Da Sie aber scheinbar den Beschluß, nur zehn Minuten Redezeit zu geben, durchaus durchgeführt wissen wollen, so werde ich mich fügen und nur eines sagen: Möge dieser Kongreß der erste bauende sein, und möge in Euch allen das Verständnis sein für die Größe des Zionismus, für die Größe Palästinas und für den großen Teil, den das englische Volk im Fördern des Aufbauens von Palästina zu spielen hat! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Klumel: Das Wort hat der Herr Delegierte Keßler. Delegierter L. Keßler (Südafrika, beginnt englisch): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Auch ich befinde mich hier als Delegierter aus einem Lande, in dem englisch und eine zweite Sprache offiziell gesprochen wird; ich spreche jedoch hier als Jude und will mich deshalb derjenigen Sprache bedienen, die, wie ich glaube, von den meisten verstanden wird. (Deutsch fortfahrend.) Zum erstenmale sind den Delegierten unserer Kongresse vor Eröffnung so ausführliche Berichte über die Tätigkeit der Exekutive überreicht worden, wie diesmal. Das sollten wir dankend anerkennen, ich möchte jedoch hierbei den Wunsch aussprechen, daß in Zukunft diese Rechenschaftsberichte früher ausgegeben werden, damit die Delegierten die Möglichkeit haben, sich mit dem Inhalte noch vor Beginn des Kongresses vertraut zu machen. Ich hatte soweit nur Zeit, mich etwas näher mit dem politischen Berichte zu befassen. Dieser Bericht ist unzweifelhaft ein beredtes Zeugnis der genialen Tätigkeit unseres 234