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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 231

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 231 (sequence 241)
Language
German, English, Hebrew
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kam, um mich dort niederzulassen, haben mich solche Kenner der Verhältnisse des Landes wie Ch. Kalwarisky, J. Chokich mit der schärfsten Ueberzeugung versichert, daß es eine Zeit gab, in der eine Verständigung mit den Arabern sehr leicht gewesen wäre, und daß sie noch jetzt, allerdings unter viel größeren Schwierigkeiten und Kosten möglich ist. Man hat hier gesagt, eine Verständigung sei unmöglich, weil die Araber nicht gut organisiert sind, es wäre gut, wenn sie auch einen „Waad Leumi" hätten; das ist nicht richtig. Bei den Arabern gibt es Leute, welche einen systematischen Ueberfall auf Stadt und Land organisieren, welche Delegationen nach Europa schicken. Das beweist, daß sie schon genügend organisiert sind. Es sind F ü h r e r da, und mit diesen hätte man zu einer Verständigung kommen müssen. Aber leider haben sich unsere politischen Führer nur mit Liebeserklärungen an die Araber begnügt. Man muß eine aktive, systematische Politik führen und diese wäre eine Grundlage für unsere Arbeit. Das hat man nicht getan, und diese Vernachlässigung bestand schon von allem Anfange an. Im letzten Jahre nach San Remo hat sich die Sachlage noch verschärft. Seit dann ist in W a s h i n g t o n die Forderung proklamiert worden, daß wir keine politische Arbeit mehr brauchen, und in London gehorchte man den Verordnungen aus Washington. In London befand sich sogar ein Kontrolleur der Arbeit. Alle Schwierigkeiten mit den Landsmannschaften hatten ihren Grund darin, daß man jedem Worte von Washington zugestimmt hat. So kam es, daß unser Verhältnis zu den Arabern auf der Gasse entschieden worden ist. Ich habe das Recht, den Vorwurf der Vernachlässigung in den schärfsten Worten auszudrücken, denn am 1. Mai wurde in den Gassen von Jaffa auch mein Blut vergossen. Die Kenner der arabischen Verhältnisse behaupten, daß wir mit der arabischen Bevölkerung zusammenleben und eine planmäßige Politik der Verständigung führen müssen und können. Es ist mir sehr schwer, in zehn Minuten über die verschiedenen Punkte zu sprechen. Ich will nur noch ein Wort über die Herren Simon und de Lieme sagen. Nachdem Herr de Lieme aus dem Nationalfonds ausgeschieden ist, ist die Arbeit weit intensiver und besser geworden. Wenn Herr Simon betont, daß sie bestrebt waren, nicht einen Zionismus des Wortes, sondern einen solchen der Tat zu führen, so muß ich sagen, daß es ein Zionismus der negativen nicht der produktiven, positiven Tat war. Ich muß noch ein Wort über die Privatinitiative im Zusammenhang mit dem Keren Hajessod sagen. Ich bin tief überzeugt, daß mit den Spenden des Keren Hajessod allein Palästina nicht aufgebaut werden wird, und daß nur das gleichzeitige Zusammenwirken des nationalen Kapitals (Keren Hajessod) m i t dem Privat kapital den Erfolg des Aufbaues Palästinas sichern kann. Es sind viele Möglichkeiten für Privatinitiative in Palästina vorhanden, aber nicht alles kann mit privaten Kapitalien gemacht werden, es muß auch nationales Geld bei dem Aufbau von Palästina herangezogen werden. Es muß zur selben Zeit in beiden Richtungen gearbeitet werden. Das wenige, das bis jetzt privat in Palästina getan worden ist, geschah durch einige russische Juden, die im Auslande leben. Es ist merkwürdig, daß gerade in der Periode von Brandeis' Leitung von unzähligen Korporationen und Gesellschaften die Rede war, daß man aber in Palästina nichts davon gemerkt hat. Ich habe den amerikanischen Vertreter Ingenieur Mo hl gefragt, warum man nichts von der Tätigkeit der amerikanischen Gesellschaften sieht, und er hat mir geantwortet, daß diese von der Londoner Exekutive nicht zugelassen wurde . . . Die Unhaltbarkeit dieser Antwort liegt auf der Hand. Ich betone nochmals, daß der Aufbau von Erez Jisroel nur mit einer gewaltigen Anstrengung durchzuführen ist, mit der Gewinnung des 231

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