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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 230

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 230 (sequence 240)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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höheren Preis bezahlt, und es gibt noch viele Menschen, die noch nicht auf dem Wege sind. Bisweilen, nach dem dritten Läuten, springen sie in aen Wagen hinein. Auch sie dürfen mitfahren. Jeder Wagen vermeint, öaß nur er auf der echten Straße fährt und weiß nicht, daß er mit allen übrigen Wagen verbunden ist und nicht früher oder später als die übrigen Wagen ankommen kann. Alle jene Erwägungen, die Ihr fordert, sind nur für jeden einzelnen Wagen, und es gibt keine allgemeine Erwägung für den ganzen Zug. Der Zug selbst fährt nach seinen eigenen Gesetzen gegen alle Euere neue Lehre. Jeder einzelne von uns gehe im Namen seines Gottes, und wir alle miteinander wollen nur zu unserem Ziele gehen. Wir wollen doch nicht einer den anderen hindern. Ein weites Arbeitsfeld ist da, viele Arbeiten sind vonnöten, halten wir sie nicht fern, und nur dann können wir hoffen. Vizepräsident Dr. Klumel: Zur Geschäftsordnung hat sich Herr Goldenberg gemeldet. Ich erteile ihm das Wort. Delegierter S. Goldenberg (Rußland, jüdisch): Geehrter Kongreß! Drei Tage lang zieht sich die Generaldebatte hin. Es reden lauter Generale. Wir haben einen einfachen Zionisten noch nicht gehört. Ich verstehe nicht, was das Präsidium veranlaßt hat, einen solchen Beschluß anzunehmen. Man hat aus dem Kongreß eigentlich eine Brandeis-Maschine gemacht, obwohl die Leitung eigentlich gegen ßrandeis ist. Vizepräsident Dr. Klumel (unterbechend): Das war ein Beschluß des Kongresses, und es geht nicht an, von einem Antrag, der hier vom Kongresse angenommen wurde, in dieser Weise zu sprechen. Delegierter S. Goldenberg (fortsetzend): Mein Vorschlag geht dahin, aus den 60 Delegierten, die sich zum Wort Wort gemeldet haben, Generalredner zuwählen, so wie es auf den vorigen Kongressen üblich war. Vizepräsident Dr. Klumel: Wir können den Antrag Goldenberg nicht zur Abstimmung stellen. Wir haben schon einmal darüber abgestimmt, und der Kongreß hat den Antrag auf Beschränkung der Redezeit angenommen. Wir handeln also nach dem Beschlüsse des Kongresses. — Das Wort hat jetzt Herr Boris G o 1 d b e r g. Delegierter Boris Goldberg (Palästina): Geehrter Kongreß! Als ich im vorigen Jahre die Ehre hatte, in London unsere politischen Führer W e i z m a n n und S o k o 1 o w im Namen des Aktions-Comitees bei ihrer Rückkehr aus San Remo zu begrüßen, habe ich sie als M a 1 a c h e i h a g e u 1 a betitelt. Ich glaube, daß das der richtige Ausdruck war. Ich hoffe, daß sie mit diesem Namen in den Annalen der jüdischen Geschichte eingezeichnet sein werden. Trotzdem müssen wir alle Mißgriffe ihrer Politik der strengsten Kritik unterwerfen. Ich komme von Erez Jisroel und muß mich zunächst vorstellen. Ich gehöre zu den wenigen unter Euch, die bei den Ereignissen am 1. Mai in Jaffa nur durch einen glücklichen Zufall nicht in die lange Liste der Märtyrer aufgenommen wurden, welche unser Präsident am ersten Tage aufgezählt hat. Ein wesentlicher Teil des Blutes, das am 1. Mai in Jaffa vergossen worden ist, beruht auf der Vernachlässigung der arabischen Politik. Am ersten Tage, als ich nach Haifa 230

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