Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 231)
- Language
- German, English, Hebrew
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die Farmen Reinerträge erzielt. Darauf werde ich noch zurückkommen. Aus meinem Referat über wirtschaftliche Arbeit werden Sie ersehen, daß wir noch nicht die richtige Form der technisch-landwirtschaftlichen Kolonisation zu finden imstande waren. Ich kann nur diese Tatsache konstatieren, weil es nicht meine Absicht ist, zu beschönigen. Wir sind noch nicht so weit, um einem Ansiedler zu sagen: Wenn Du so und so viel Geld investierst und das und das tust, hast Du eine landwirtschaftliche Existenz gesichert. Es wird mir von Herrn de Lieme vorgeworfen, daß wir keine technischen Versuche gemacht hätten. Das ist nicht richtig. Wir haben auf unseren Farmen versucht, bessere technische Formen zu erproben, und die Farm Ben Schemen hat z. B. viel auf dem Gebiete der Milchwirtschaft, der Geflügelzucht usw. gelernt. Ich könnte da zum Angriff übergehen und könnte Sie, Herr Simon, fragen: was haben Sie in den zwei Jahren, da Sie in der Exekutive waren, für Palästina getan? Ich war dort, als Sie Ihren Bericht schrieben, erst 8 Monate. Ich habe dort unter Verhältnissen gearbeitet, die Ihnen zur Genüge bekannt sind. Können Sie in den zwei Jahren, da Sie das Palästina-Ressort leiteten, einen positiven Erfolg zeigen? Haben Sie die Hochkonjunktur nach dem Krieg oder nach der Balfour-Deklaration, die uns hätte Millionen schaffen können, ausgenützt? (Lebhafte Zustimmung.) Ich könnte Herrn de Lieme fragen, wie er es verantworten kann, daß in seiner Kritik folgende Sache enthalten ist, die ich bis jetzt nicht verstehe. Sie schreiben am 28. April ein Zirkular an die Landessammelstellen des jüdischen Nationalfonds, worin Sie Ihre Demission mitteilen und unter anderem Folgendes bemerken (liest): „Ich bleibe bei meiner Ueberzeugung: Der Erwerb dieser Ländereien ist vom kolonisatorischen, finanziellen und bodenpolitischen Gesichtspunkt durchaus falsch. Diese Transaktion muß zur Folge haben, daß: 1. die J.N.F.-Vertretung in Erez Israel auch weiterhin eigenmächtige, unbefugte Transaktionen für Rechnung des J. N. F. unternehmen wird, da sie weiß, daß sie ja doch nachträglich die Sanktion der Exekutive und des J. N. F.-Direktoriums erhält; 2. die zionistische landwirtschaftliche Kolonisationspolitik ist für lange Zeit in falsche Bahnen gelenkt, da sie unfachmännisch geleitet — und ohne Plan — zu Improvisationen von Fall zu Fall führt; 3. die Aufgabe des J. N. F. als Instrument einer weitsichtigen Bodenpolitik zu wirken, erscheint für längere Zeit gehemmt, wenn nicht gar gehindert." Dann schreiben Sie zum Schluß — das kann natürlich die Tätigkeit der Landessammelstellen nicht anregen, Herr de Lieme —, man müsse doch für den J. N. F. sammeln (liest): „Je reger die Tätigkeit, je größer die Mittel des J. N.F., um so stärker wird der Drang nach einer Reform werden und dann wird Geullath Haarez, wie ich Sie verstehe, zum wirklichen leitenden Prinzip für die J. N. F.-Arbeit werden." 221