Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
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übernehmen, mit verschränkten Armen dazusitzen, in der landwirtschaftlichen Kolonisation keine Leute anzusiedeln und zu warten, bis die Arbeiter Ersparnisse gemacht haben. Können Sie die Verantwortung übernehmen, so ist es gut, ich kann es nicht und eher werde ich meinen Posten verlassen. (Delegierter Dyk: Dr. Ruppin, Sie haben bis jetzt auch nicht einen angesiedelt!) Aber das ist jetzt unsere Aufgabe, es fängt doch jetzt erst an, es dreht sich darum, daß aus den Geldern des Keren Hajessod die Ansiedlung beginnt. Ich sage also: Es ist ein gutes Prinzip, aber jetzt nicht durchführbar. Ich werde bei anderer Gelegenheit im Zusammenhang mit meinem Referate auch noch darauf zurückzukommen haben, ob man zunächst alle Bedingungen prüfen müßte und wartet, bis die kleinste Voraussetzung sich erfüllt hat, oder ob wir durch die abnormalen Verhältnisse gezwungen sind, Sachen zu tun, auch wenn unsichere Komponenten in unserer Aufstellung darin sind. Ich komme zu den Vorwürfen des Herrn d e L i e m e. Er hat in den Vordergrund gestellt die Käufe in Emek Jesreel. Wir haben uns wirklich einer Kompetenzüberschreitung bei diesen Käufen schuldig gemacht. Ich habe es von Anfang an eingestanden und gebe es jetzt ebenfalls zu. Aber diese Kompetenzüberschreitung war nicht eine von uns gewollte, böswillige, sondern sie war uns durch die Verhältnisse aufgezwungen und ich glaube, daß in einer Stunde, in der es sich darum handelt, wichtige Positionen für uns zu sichern oder sie zu verlieren, eine Kompetenzüberschreitung entschuldbarer und besser ist als Kadavergehorsam. (Lebhafte Zustimmung.) Es wird hier so dargestellt, als ob wir die Sache wenige Tage vor Eintreffen der Kommission vorgenommen hätten. Das ist falsch. Die Verträge sind im August 1920 abgeschlossen und unterschrieben worden, die Kommission ist im November oder Dezember gekommen — ich erinnere mich nicht genau. Alles, was später geschah, die erste Anzahlung, war eine Folge des unterzeichneten Vertrages, ich mußte die Unterschrift, die wir drei, Ussischkin, Oettinger und ich gegeben hatten, respektieren, so wie ich sie immer respektiert habe, besonders in einem Vertrag mit Arabern. Ich hätte die Anzahlung auch geleistet, wenn die Kommission da gewesen wäre und wenn ich mir das Geld aus den Nägeln hätte ziehen müssen. Aber ich wiederhole, ich hätte diese Sache sehr gern dem Urteil der Herren Simon und de Lieme überlassen. Sie hätten in Palästina diese Verträge auch unterschrieben, wenn sie dagewesen wären, davon bin ich überzeugt. Aber wir konnten nicht warten. Die Entscheidung über die Option auf diesen Boden war bereits zweimal von uns verlangt worden. Der Verkäufer wurde ungeduldig, er wollte eine definitive Antwort haben. Die Verhandlungen wurden nicht mit uns geführt, sondern mit Baron Rothschild und der Ica. Wir sind erst im letzten Moment eingetreten, als keine Hoffnung mehr war, daß die Ica diese Verträge unterschrieb und durch ein Nichteintreten unsererseits uns die Ländereien verloren gegangen wären. (Delegierter Simon: War die Option abgelaufen, als Sie nach Palästina kamen?) Absolut. Ich werde es Ihnen privatim sagen. Ich glaube nicht, daß ich den Kongreß damit behelligen darf. Ich 219