Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 216

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 216 (sequence 226)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4516-3480660
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

liehe Differenzpunkte, so mußten wir sie ausgleichen, waren wir in der Sache einig, so war der Ton deplaziert. Das mußte ich in meiner Antwort aufdecken, in der ich, wie mir scheint, jede Schärfe vermieden habe. Ich wollte überhaupt nicht antworten. Ich habe noch nie auf einen Vorwurf geantwortet. Vielleicht ist das falsch, mir war aber die Sache so heilig, daß es mir nicht in den Kopf ging, daß ich auf jeden Angriff erwidere. Dieser Literaturzionismus paßt nicht für mich und ich hätte, wenn nicht die Exekutive darauf bestanden hätte, diesen Bericht unbeantwortet gelassen. Ich habe ihn in kurzem beantwortet. Ich gehe nun auf die Vorwürfe ein, die mir Herr Simon hier gemacht hat. Er sagt z. B. mit Bezug auf die Vorschläge, die er in seinem Reorganisationsberichte gemacht hat: Es ist wahr, ich hätte dieselben Vorschläge gemacht. Aber er imputiert mir immer andere Motive. Er sagte: Beim Ausstattungsfonds schwebe mir eine propagandistische Wirkung vor, ihm eine gewisse finanzielle Trennung. Bei der Trennung der wirtschaftlichen Gesellschaften schwebe mir Aktionsfreiheit für meine Person vor usw. Ich weiß eigentlich nicht, weshalb Herr Simon meint, daß ich von diesen Motiven ausgegangen bin; ich habe es ihm nicht gesagt. Es ist wahr, daß, wenn ich von gewissen Reformen spreche, ich auch Aktionsfreiheit für meine Person verlange, weil ich es in der Sache für nötig halte, daß derjenige, der etwas ausführt, auch allein verantwortlich gemacht werde. Aber das ist nebensächlich. Die Trennung der wirtschaftlihen Gesellschaften habe ich Ihnen nicht erst in Palästina gesagt, Sie finden sie bereits in dem Buche, das ich vor 2Y2 Jahren geschrieben habe. Es ist eine Reform, die aus der Notwendigkeit der Sache hervorgeht. Herr Simon hat mir vorgehalten, ich passe nicht für eine solche Stellung, weil ich nicht verstehe, die Fonds auseinanderzuhalten. Ich hätte über die Fonds verfügt, ob mir das Verfügungsrecht zustand oder nicht. Diese Ausführung ist in allen Punkten absolut unrichtig und ich werde Ihnen das in ganz kurzen Sätzen beweisen. Ich habe seit meiner Rückkehr nach Palästina allein nur die Gelder der Palestine Land Development Company und der Arbeiterbank verwaltet. Nicht ein Pfennig dieser beiden Institute ist für andere Zwecke verwendet worden, wie Sie selbst anerkannt haben. Zweitens: in der Zionist Commission traf ich, als ich hinkam, den Zustand an, den Sie so tadeln, nämlich daß dort alle Gelder in einen Topf geworfen wurden. Es ist also ganz falsch, wenn Sie sagen, daß ich dort richtunggebend verderblich gewirkt hätte. Ich fand einen Zustand, den ich für verderblich hielt, den ich aber nicht geschaffen habe. Drittens: mit den Geldern, die von der Zionist Commission verwaltet wurden, hatte ich am allerwenigsten zu tun. Ich hatte mich, da ich mich als Demissionär betrachtete, von Anfang an von der Kassaführung weit entfernt gehalten, ich ging um die Kassastelle weit herum, als ob darüber stände: An diesem Orte wohnt das Grauen, und das wohnte auch dort. Also an dieser Kassenführung — und das wird der anwesende Treasurer bestätigen — habe ich den geringsten Anteil genommen. Im August vorigen Jahres nach der Jahreskonferenz kam ein Telegramm aus 216

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.