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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 215

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 215 (sequence 225)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4515-3480659
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eine Reorganisationskommission nach Palästina kommen, man sei in allen wesentlichen Punkten mit dem einverstanden, was ich geschrieben habe, und in Palästina werde sich schon alles finden. Herr Simon mag mich berichtigen, wenn ich etwas sage, was nicht den Tatsachen entspricht. Ich bin geblieben, wie immer, wenn es notwendig war, nicht weil es mir Freude machte, sondern weil ich eine Arbeit, die mir teuer ist, nicht hinwerfen kann wie ein altes Kleid. (Lebhafter Beifall.) Die Reorganisationskommission kam, ich habe ihr wieder gesagt, daß ich nicht glaube, die Arbeit weiterführen zu können, aus den sachlichen Gründen, die ich mitgeteilt habe, aber auch aus persönlichen Gründen. Ich kann nur in einer Atmosphäre des Vertrauens leben, nicht in einer des Mißtrauens. Wenn ich bis zum Jahre 1914 mit Freude in Palästina gearbeitet habe, so war dies deshalb, weil ich gewußt habe, daß ich das Vertrauen des palästinensischen Jischuw und das Vertrauen der Zionisten der ganzen Welt hinter mir hatte. Alle Schwierigkeiten in Palästina haben mich nicht erschreckt, ich habe sie überwunden, weil ich wußte, daß das Hinterland mich deckt. Nachdem ich dieses Gefühl nicht mehr hatte, war meine Arbeitsfreudigkeit geschwächt und ich hatte selbst den Eindruck und ich habe der Reorganisationskommission gesagt: Vergessen Sie nicht, daß ich 14 Jahre in Palästina tätig bin, das Beste wäre, wenn ich eine Zeitlang ausruhen könnte, um Distanz zu den Dingen zu gewinnen. Die Herren vom Reorganisationskomitee waren damit nicht einverstanden, daß ich meinen Posten verließ. Derselbe Simon, welcher mir vorrechnet, aus welchen Gründen ich für den Posten nicht tauge, verlangte absolut, daß ich die Arbeit weiterführe. Ich habe gestritten, gerungen, wie Jakob mit dem Engel, um loszukommen, es ist mir nicht gelungen. Ich bin geblieben, weil die Herren mir sagten, es werde ein anderer kommen. Herr de Lieme sollte im Frühjahr kommen, auch Herr Simon sollte kommen. Das weiß ich, daß wir neue Menschen in Palästina brauchen, und ich weiß selbst, daß nur dann bessere Zustände kommen werden, wenn die Zahl der Mitarbeiter größer wird. Ich glaubte, als de Lieme und Simon Palästina verließen, daß wir im großen ganzen eine neue Linie der Arbeit gefunden hatten. Ich hatte Verständnis für die Arbeit der Herren, ich wußte, daß sie von London unter dem Drucke der finanziellen Not, in der wir uns befanden, geschickt waren. Ich habe Verständnis für eine vernünftige Finanzpolitik, die nicht mehr ausgibt, als vorhanden ist. Die Herren werden bezeugen, daß ich ihnen nach besten Kräften beigestanden habe, um Ausgaben, die ich für vermeidlich oder nicht für absolut notwendig hielt, zu streichen. Um so mehr war ich erstaunt, als ich den Bericht der Reorganisationskommission las. Ich las den Bericht, ich sah Vorschläge, die dort waren, ich sah, daß es meine Vorschläge sind, und ich fand in dem Bericht einen Ton, als ob wir gegen diese Sache gewesen wären, als ob die Reorganisationskommission uns hätte zwingen müssen, diese Sachen anzunehmen. Das war es, was ich absolut nicht verstand. Die Priorität ist mir gleichgiltig. Ich habe nicht nötig, nach einer solchen Priorität zu geizen, aber ich verstand die Sache nicht. Hatten wir sach- 215

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