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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 214

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 214 (sequence 224)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4514-3480658
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jähriger Abwesenheit nach Palästina zurückkam, trat ich in die Zionist Commission ein. Ich fand ein ganz anderes Palästina vor als das Palästina, das ich verlassen hatte. Der Krieg hatte in den materiellen Grundlagen, in der Psychologie vieles geändert. Ich war sehr im Zweifel, ob ich in diese Kommission eintreten sollte. Ich habe es nach einigem Zögern getan, wie ich es so oft getan habe, weil ich mir sagte, daß ich in die Bresche treten müßte, einerlei, ob ich dabei zugrunde gehe oder nicht. Aber ein leichter Entschluß war es nicht und die Zukunft hat mir recht gegeben, als ich voraussah, es werde ein Leidensweg sein, wie er schlimmer nicht gedacht werden kann. Ich habe in der zionistischen Kommission, als ich eintrat, kein Geld vorgefunden, ich traf dagegen ungeheuer erhöhte Ansprüche von allen Seiten, die Folgen waren der politischen Erfolge, des größeren Rahmens, den unsere Bewegung einnahm. Geld konnte ich von Palästina aus nicht schaffen. Das war die Aufgabe des Herrn de Lieme, welcher mit den Organisationen aller Länder in Verbindung stand; Was ich von Palästina aus tun konnte, nachdem ich einmal in die Kommission eingetreten war, war, die Reform der Organisation zu verlangen, soweit ich sie für fehlerhaft hielt. Ich hielt sie für fehlerhaft und schon zwei Monate nach meinem Eintritt schrieb ich einen Brief an die Exekutive in London zur Jahreskonferenz, in dem ich darauf hinwies, daß die Organisation in Palästina geändert werden müsse, und positive Vorschläge dafür machte. Antwort auf diesen Brief habe ich nie bekommen. Meine Vorschläge bewegten sich in dem Rahmen jener, welche jetzt die Reorganisationskommission macht. Wohl aber kamen die Verhandlungen auf der Jahreskonferenz, die auf mich wie auf alle Palästinenser einen niederschmetternden Eindruck machten und von deren Folgen wir uns bis heute nicht erholt haben. Als Ussischkin nach Palästina zurückkam und mir Bericht über die Jahreskonferenz erstattete, sagte ich mir, daß ich kein Recht habe, weiter auf meinem Posten zu bleiben, nicht weil ich glaubte, daß ich in diesen 3—4 Monaten, die ich in Palästina war, etwas unterlassen hätte, sondern weil ich mir sagte, daß in diesem Momente auf den Posten in Palästina diejenigen Leute gehören, die das größte Vertrauen der jüdischen Oeffentlichkeit besitzen, und weil ich nach dem Verlaufe der Jahreskonferenz annahm, daß ich zu diesem Kreise nicht gehöre. Ich habe nach London meine Demission eingereicht und sie damit begründet, daß in Palästina jetzt Geld wichtiger ist als Menschen, und da dieses Geld großenteils aus Amerika kommen müsse, ist es selbstverständlich, daß wir dann das meiste Geld bekommen werden, wenn die Leute, die es in Palästina ausgeben, Vertrauensleute der Amerikaner sind. Ich habe leider die Kopie dieses Briefes nicht mitgebracht, da ich nicht darauf vorbereitet war, alle diese Sachen zur Sprache bringen zu müssen. Es würde mehr gewirkt haben, wenn ich den Text hätte vorlesen können. Auf dieses Demissionsgesuch, das ich in einem Privatbriefe an Dr. Weizmann in vielen Stellen ergänzte, erhielt ich von der Exekutive ein Antwortschreiben, gezeichnet von Simon, in dem ich gebeten wurde, meine Tätigkeit in Palästina weiter fortzuführen, es werde 214

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