Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4512-3480656- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Antwort eingetroffen. Wir haben gesagt, der Keren Hajessod ist für die ganze Aufbauarbeit in Erez Israel geschaffen worden. Wir haben eine nationale Anleihe gefordert. Geld hätten wir genügend bekommen können, denn das ganze jüdische Volk hätte es gegeben. Als wir um Unterstützung für die Chaluzim einkamen, erwiderte man uns: niemand hieß sie, nach Palästina gehen. Diejenigen, die sie nach Palästina geschickt haben, mögen ihnen das Geld geben. (Zwischenrufe.) Wir haben es auch auf der A. C.-Sitzung in Prag gefordert, wir haben dies auch schon vor acht Monaten verlangt. Wir haben dann einen Prozentsatz vom Keren Hajessod für Emigrationszwecke gefordert. Man hat beschlossen, den Vorschlag im Prinzip zu unterstützen. Das war aber auch alles. Kann man denn den Jischuw in Erez Israel isolieren? Entweder — oder. Ich glaube, daß die Ausgaben für die Emigranten wichtiger sind, als die für das Pariser Komitee. (Mitglied der Exekutive R. Lichtheim: Herr Mereminski, das Geld für das Pariser Komitee ist auch noch nicht gezahlt!) Das tröstet mich nicht. Für uns gibt es nur ein Baseler Programm, das folgende Formulierung hat: Der Zionismus erstrebt, in Erez Israel eine jüdische arbeitende Mehrheit zu bilden. Ohne Emigration," ohne Volksmassen, ohne Geld seht es nicht. Ohne diese beiden Dinge wird Erez Israel nicht aufgebaut werden. Will man eine jüdische Mehrheit in Erez Israel, so darf man den Kongreß nicht in ein Kampffeld verwandeln. Baut Erez Israel auf! Erlaubt uns Erez Israel so zu bauen, wie wir es wollen! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkin: Der nächste Redner ist Herr Dr. Ruppin. Vorher erteile ich Herrn Dr. Korngrün das Wort zu einigen Mitteilungen. Schriftführer Dr. Korngrün: Der Permanenzausschuss erinnert daran, daß im Vestibül Listen für die Eintragung in die vier Kommissionen aufliegen, in welche bis 11 Uhr Eintragungen erfolgen können. Die Landsmannschaft Großrumäniens hält um 2 Uhr 30 Minuten eine dringende Sitzung im Zimmer Nr. 53 ab. Heute, abends um 8 Uhr, findet im Hotel Weber ein Lichtbildervortrag statt. Herr T r i e t s c h spricht über wirtschaftliche Aufgaben, Professor Heinrich L o e w e über das kulturelle Programm. Um 9 Uhr abends wird Herr David Yellin im Apollokino einen Vortrag über Ausgrabungen in Erez Jisrael halten. Der Permanenzausschuß versammelt sich um 8 Uhr abends, die Delegierten des britischen Reiches um dieselbe Zeit im Saale 52, die Fraktion PoaleZionum K 8 Uhr im Saale 54. Vorsitzender: Ehe ich Herrn Dr. Ruppin das Wort erteile, möchte ich nochmals betonen und bitten, daß die nächsten Redner nicht mehr auf die Frage der Farbigen zurückkommen, ob rot oder schwarz. Es ist ein für allemal hier von der Tribüne erklärt worden, daß Herr Jabotinsky hier nicht von einem Rassenunterschied gesprochen haben wollte; es ist daher unzulässig, daß man das wiederholt. Herr Jabotinsky hat erklärt, daß er damit die Gesinnung gemeint habe. Das Wort hat nunmehr Herr Dr. Ruppin. 212