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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 204

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 204 (sequence 214)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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schlagende Richtung kämpfen, und die überstimmte Majorität muß wissen, wie auch immer die Entscheidung ausgefallen ist, daß wir verloren sind, wenn die zu erstrebende nationale Konzentration nicht erfolgt. Was ich zu sagen habe, sei durch die Vorschläge von de Lieme disponiert. Dreierlei ist nötig: 1. legale Verhältnisse in der Organisation; 2. freie Bahn für Reorganisation; 3. Eroberung der Kräfte der Judenheit. Ehe ich Vorschläge zu diesen Punkten mache, habe ich die Aufgabe, zur Politik der Exekutive Stellung zu nehmen. Gegenüber den Kritikern dieser Politik sei betont, daß wir nicht die Herren der Weltpolitik sind, sondern bestenfalls politische Situationen in unserem Sinne ausnutzen können. Was geschehen ist, war möglich, weil es ungeheure Politikumwälzungen in der Welt gab. Es kam für uns darauf an, daß sich Männer fanden, die die Kraft hatten, in dem Chaos allgemeiner Weltpolitik jüdische Forderungen zu erheben und mit Erfolg zu vertreten. Wenn Herr Fischer von Völkerbundspolitik sprach, so meint er damit, daß andere Männer als Weizmann und Sokolow mehr erreicht hätten Auch wir müssen in diesem Augenblick überlegen, ob die Männer, die uns bisher geführt haben, die richtigen sind oder nicht. Weizmann und Sokolow können nur arbeiten, wenn sie für ihre Politik die Unterstützung der Macht finden, die sie vertreten. Haben sie keine Majorität, dann muß man andere Leute an ihre Stelle einsetzen. Unmöglich ist es aber zu sagen, der Mann taugt nichts, und ihn dann zwingen, die Geschäfte weiter zu führen. Es ist kein Zeichen serviler Gesinnung, wenn wir nun heute das anerkennen, was einzelne Männer unserer Bewegung geleistet haben, sogar zu Zeiten, als sie noch keinen Auftrag von der Zionistischen Organisation hatten. Gerade in einem Augenblick, in dem die politische Situation ungünstig ist, müssen wir anerkennen, daß Weizmann der Organisation sich in dem Moment als Führer zur Verfügung stellte, in dem die politischen Verhältnisse das verlangten. Wir wissen, daß politische Führer gerade dann die hinter ihnen stehende Macht brauchen, wenn Gefahr droht. Eine Kritik, wie sie jetzt betrieben wurde, ist schädlich, besonders nachdem wir gesehen haben, daß es der Exekutive selbst an Einheitlichkeit fehlt. Kein Führer ist imstande, konsequente Araberpolitik zu machen, v/enn aus dem Kreise seiner Mitarbeiter Anschauungen geäußert werden, wie wir sie gestern gehört haben. Wollen wir uns mit den Arabern verständigen, dann darf es niemanden geben, .der in einer zumindest sehr mißverständlichen Form die Araber als eine minderwertige Rasse hinstellt Solch eine Aeußerung kann nur dadurch unschädlich gemacht werden, daß der Wille der Zionistischen Organisation eindeutig festgestellt wird. Von Deklarationen gegenüber den Arabern halte ich nichts. Wenn wir einmal als Majorität in Palästina den Arabern unsere versöhnliche Gesinnung deklarieren, so wäre das eine große und außerordentliche politische Tat. Heute, solange wir Minorität sind, sollen wir uns damit begnügen, mit Respekt von dem Volke zu sprechen, das die Mehrheit im Lande hat, und alle Kräfte zusammennehmen, um zur Majorität im Lande zu werden. Wer Versöhnungspolitik treiben will, muß wissen, daß für uns für alle Verhältnisse das Wort gelten wird: Mit unserer Stärke wird man sich versöhnen. (Ruf: Aber nicht Stärke posieren!) Nein, mit der wirklichen Stärke, die wir im Lande besitzen. Legale Verhältnisse gilt es zu schaffen. Warum waren die Verhältnisse nicht legal? Warum haben sich Simon und de Lieme darüber beklagt? Wir alle sind schuld daran, ich glaube auch diese Herren. Aber lassen wir das! Diese legalen Verhältnisse kann es nur geben, wenn sie gesetzmäßig durch die Majorität geschaffen werden. Die Exekutive muß eine Richtung haben und diese Richtung muß für alle Mitglieder der Exekutive verbindlich sein. Ich kann mir vorstellen, daß in einer Exekutive, die eine bestimmte Richtung hat, Menschen sitzen, die mit dieser Richtung nicht in allen Teilen einverstanden sind. Dann muß es aber eine straffe Ressortein- 204

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