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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 203

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 203 (sequence 213)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4503-3480647
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Delegierter Dr. Kollenscher (fortfahrend:) Hoher Kongreß! Ich erblicke eine wichtige Aufgabe darin, daß man die Privatinitiative organisiert. Es ist davon gesprochen worden, daß man den einzelnen Ländern große Aufgaben stellen soll. Ich glaube, in den einzelnen Ländern müssen die Zionisten dafür sorgen, daß sich überall Komitees bilden, die die wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina anregen, die Privatkapitalien heranziehen und zur Arbeit nach Palästina bringen. Die Bildung solcher Komitees ist nötig und möglich und ich kann sagen, daß auf diesem Gebiete Erfolge erzielt worden sind. Arbeiten Sie, meine Herren, in Ihren Ländern in gleicher Weise, so werden Sie positive wirtschaftliche Unternehmungen schaffen, die viel schneller durchgeführt werden können, als wenn Sie darauf warten, bis öffentliche Mittel zur Verfügung stehen. Diese brauchen wir zu anderen Dingen und wir können nicht warten, bis unsere öffentlichen Fonds so groß sein werden, daß wir damit die Volkswirtschaft im eigenen Lande schaffen können. Der Staat ist bei Kolonialländern nicht das Erste, sondern das Letzte. Menschen, die außen stehen, müssen Kapital in das Land bringen, erst dann holt der Staat nach, was nachzuholen ist. Hoher Kongreß! Ich will mich darauf beschränken, ohne im einzelnen auf alles an Kritik und Gegenkritik einzugehen, was hier vorgebracht worden ist, diese Gesichtspunkte hervorgehoben zu haben. Es ist nötig, daß wir in später Stunde, hoffentlich nicht in letzter Stunde, einsehen, wohin der Weg führt und daß keine Zeit zu verlieren ist, einsehen, wie schwach unsere Kräfte sind, und daß wir an die Oeffentlichkeit gehen und die gesamte Judenheit auffordern, mit uns zusammenzugehen. Wir sind in Gefahr, eine Sekte zu werden, wir verengen uns immer mehr, und wenn Sie die Grundsätze, die gestern betont worden sind, weiter aufstellen, so werden Sie sich immer mehr verkapseln. Unsere Aufgabe muß darin bestehen, daß wir aus einer Partei eine große jüdische Volksbewegung werden — ein Wort, das oft gebraucht ist, aber noch nie zur Wahrheit geworden ist. Jetzt ist die Zeit gekommen. Es wäre besser gewesen, wenn wir die Parole nach San Remo ausgegeben hätten. Es geht aber vielleicht noch jetzt zu machen, denn immer hat im jüdischen Volke, auch soweit es nicht im Saale vertreten ist, der Gedanke an Palästina eine feste Stelle im Herzen und immer wieder können wir es aufrütteln, wenn wir ihm sagen, daß wir ohne seine Mithilfe das große Werk nicht zustande bringen können. In diesem Sinne wünsche ich, daß Arbeit geleistet wird, dann wird der nächste Kongreß nicht mehr bloß ein kleines Parteigremium sein, sondern es wird eine Körperschaft des K 1 a 1 J i s r o e 1 werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Kurt Blumenield (Hapoel-Hazair, Deutschland, spricht deutsch): Zunächst eine Vorbemerkung. Manche Delegierte haben den Eindruck, als ob die Zionistische Vereinigung für Deutschland durch die Richtung des Vorredners vertreten würde. Das ist nicht der Fall. Binian Haarez ist eine kleine Minderheit, die sich an den Arbeiten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht beteiligt. Geehrter Kongreß: Diesem Kongreß hat ein einleitender richtunggebender Bericht der Exekutive nicht vorgelegen. Die Exekutive hätte die Generaldebatte mit einem Bericht einleiten müssen, der sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigt, sondern auch mit den Plänen für die Zukunft. Die nächsten zwei Jahre bringen uns Entscheidungen. Auch vorsichtige Menschen an der Spitze unserer Bewegung glauben, daß in den nächsten zwei Jahren das Schicksal der Zionistischen Organisation entschieden werden wird. Deshalb müssen wir in der Generaldebatte uns ein Ziel vor Augen.halten: Wir müssen eine Exekutive wählen, hinter der die gesamten Machtmittel der Organisation stehen; wir müssen um die einzu- 203

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