Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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dem Mittelländischen Meere haben und das wird dich nichts kosten". Das sagen wir nicht. Andererseits aber, was wir tun können, um seine finanzielle Last zu erleichtern, werden wir tun. Ich habe nie gesagt, daß wir „ungeheuere Summen44 für die Legion bezahlen können, aber wir können der englischen Regierung vernünftige Vorschläge machen. Diese mag sie annehmen oder nicht; aber ehrlich werden wir dann dem Steuerzahler gegenüberstehen, der heute gegen uns wütet, der heute die jüdischen Parlamentskandidaten bei den Wahlen in den besten Bezirken durchfallen läßt. England wird durch die öffentliche Meinung regiert, nicht durch die Regierung. Was Sie von dem Vorfall in Jerusalem mit dem G e d u d sagen, ist wieder ein Beispiel einer Geschichte, von der man nur die ersten Zeilen, nicht das Ende gelesen hat. Zur Zeit des Jerusalemer Pogroms hatten wir in Palästina nur noch ein Stückchen Bataillon, weniger als ein halbes Bataillon, dreihundert Soldaten. Früher, als wir 5000 jüdische Soldaten in Palästina hatten, hatte niemand gewagt, einen Juden zu berühren. Als aber von den 5000 erst 2000, später 1000 und dann nur 300 wurden, dann war. ich selbst dagegen, daß wir mit diesem Häuflein als einer Verteidigungsmacht rechneten — weil ich glaube, daß man in solchen Sachen „balebattisch" handeln muß. Mit 300 Soldaten sitzt man ruhig. Wenn man fünftausend hat, ist es etwas anderes. Ebenso bin ich „ballebatisch" in Bezug auf andere Mittel der Selbstverteidigung, die man uns vorschlägt Spiele man nicht mit dem Feuer! Wenn Du mit Feuer zu operieren hast, mußt Du entsprechend organisiert sein, und es gibt bis heute nur eine Form der Organisation, bei welcher man mit dem Feuer operieren darf. Die nenne ich die Legion. Alles andere ist Dilettantismus. Und jetzt muß ich zu einem für mich besonders peinlichenPunkt kommen, den ich niemals berühre, und bedauere, daß man ihn hier berührt hat. Herr de Lieme sagte hier: „Man hat doch Jabotinsky zusammen mit einem Araber begnadigt — und die Leitung hat nicht protestiert." Das ist wahr. Diese Schmach habe ich schweigend getragen. Ich muß aber heute sagen, wessen Schuld es war. Als ich aus Akko nach Haifa kam, war ich wütend. Ich hatte Samuel telegraphiert: „Begehen Sie nicht den Fehler! Lassen Sie mich eher hier in Akko, aber stellen Sie mich nicht auf eine Stufe mit jenen Schwarzen.44 (Zwischenrufe.) Meine Herren, ich spreche ja von moralischer Schwärze. Sie sollten mich doch richtig verstehen. Der Araber in Palästina gehört derselben Rasse an wie ich. Aber Leute, die Pogrome machen, rufen wir die Schwarze Hundert, und das ist ihre wahre Farbe. (Lebhafter Beifall.) Als ich nach Haifa kam, bin ich aufs Telegraphenamt gegangen und habe mir dabei gesagt: jetzt tagt die Londoner Konferenz, dort sind alle meine Freunde, die werden doch verstehen, in welche Lage mich Samuel versetzt, die werden protestieren. Dann habe ich eine lange Depesche abgeschickt, die ich loyalerweise nicht an meine persönlichen Freunde, sondern an den Vorsitzenden der Londoner Konferenz, Herrn B r a n d e i s, geschickt habe. Brandeis hat diese Depesche in die Tasche gesteckt und sie der Konferenz nicht vorgewiesen. Und jetzt kommen diese Herren und spotten darüber, daß ich in gleicher Weise mit dem Araber begnadigt wurde. Das nennt man Konsequenz. Wissen Sie, was Sie tun — nicht nur Sie beide, sondern viele? G o 1 d b e r g hat es Ihnen schon gesagt: Sie gehören doch nicht in diese Gesellschaft! Sie sind doch alte Zionisten, die Tradition von zwölf Kongressen liegt hinter Ihnen. Im letzten amerikanischen Statement ist der Vorschlag enthalten, daß man die ganze Zionistische Organisation zerstückelt, So schreiben Leute, die noch bei keinem Kongreß waren, für die der Kongreß keine Tradition ist. Was haben Sie mit solchen Ideen zu tun? Es scheint aber, daß solange man eine Waffe braucht, alles gut ist. Dann 1S3