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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 174

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 174 (sequence 184)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Geehrter Kongreß! Lassen Sie mich einige Tatsachen kurz erwähnen. Die Exekutive hat die Organisierung des Jischuw in Palästina gehemmt. Es ist nichts getan worden, um den ehemaligen Legionären die Möglichkeit zu geben, im Lande zu bleiben. 5000 kräftige junge Leute, die arbeitsfähig waren, sind nach Palästina gekommen, um sich dem Lande zu widmen. Man mag ihre Tat politisch betrachten, wie man will; menschlich gesehen, verdient sie die größte Achtung. Was ist für sie getan worden? In der letzten Zeit ist in Prag ein Beschluß angenommen worden^ einen Betrag von 20000 Pfund Sterling für Ameliorations- und Okkupationsarbeiten im Emek zu bewilligen. Zwei Monate sind seit diesem Beschlüsse vergangen. Warum wird er nicht durchgeführt? Direktionslosigkeit und Mangel an Energie sind in der ganzen Organisation der Einwanderung zu sehen. Wir mußten monatelang für die Reorganisation der Palästinaämter kämpfen, und jetzt noch sind in vielen dieser Aemter, die doch vornehmlich mit Arbeitern zu tun haben, die Arbeiterverbände nicht vertreten. Die Exekutive hat keinen Schritt getan, um dem abnormalen Zustande ein Ende zu machen. Statt neue Arbeitsmöglichkeiten zu suchen und die Einwanderung zu ermutigen, hat sie sie aufgehalten. Ich habe der Exekutive noch einen ernsten Vorwurf zu machen. Die Exekutive hat den Versuch unternommen, eine gewisse Kontrolle der Einwanderer durchzuführen. Schon im Jahre 1919 haben wir in einem Zirkular der Exekutive gelesen, welche Arbeiter ihr am meisten sympathisch wären. Natürlich keine Poale-Zion. Das ist nun weiter gegangen. Die ärgste Erscheinung auf diesem Gebiete ist der Fall, daß sie in einem Zirkulare über die Geschehnisse in Jaffa die Parole ausgegeben hat, daß die Einwanderung von gewissen sozialistischen Elementen gereinigt werden müsse. (Del. Dr. B i e r e r : Wir brauchen keine kommunistischen Elemente!) Ja, von Kommunisten. (Zwischenrufe: Die brauchen wir nicht!) Wer sagt es? Eher brauchen wir Sie nicht! Der Waad Haleumi hat gegen die Ausweisungen der Juden aus Palästina protestiert. Die zionistische Exekutive hat es aber nicht für nötig gehalten, dagegen zu protestieren. Jüdische Arbeiter sind nur deshalb ausgewiesen worden, weil sie Kommunisten waren. Wenn Erez Israel jüdisch werden soll, wie England englisch, dann möchte ich fragen, ob ein Engländer aus England ausgewiesen werden könnte. (Lebhafte Zustimmung.) Der Gedanke des jüdischen Palästina wird zur Lächerlichkeit, wir untergraben den Zionismus, wenn wir zugeben, daß ein Jude wie ein Fremder aus dem Lande ausgewiesen werden kann, oder als politischer Verbrecher. (Beifall.) Wir müssen von der Zionistischen Organisation verlangen, daß sie gegen diese Politik der politischen Ausweisungen entschieden auftrete. (Großer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Lipsky (welcher während vorstehender Rede den Vorsitz übernommen hat): Herr Jabotinsky verlangt das Wort im Namen der Exekutive. Ich erteile ihm das Wort. Mitglied der Exekutive Vladimir Jabotinsky (mit stürmischem, langanhaltenden Beifall und Händeklatschen begrüßt, spricht deutsch): Es war meine Absicht, auf diesem Kongreß kein einziges Wort in einer anderen Sprache als in der hebräischen zu sprechen. Wir werden es noch teuer zu bezahlen haben, daß dieser Kongreß sprachlich eine fremde und dabei eine einseitig fremde Charakteristik bekommt. Es gibt nur eine Tatsache, die mich zwingt, deutsch zu sprechen. Wäre es, 174

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