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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 173

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 173 (sequence 183)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4473-3480617
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geschrei und Manifesten, mit Freude und Dankbarkeitskundgebungen für die Gnadenakte der verschiedenen Mächte. Die nachteiligen Folgen dieser Politik der ständigen Huldigungen haben wir auch in der Rede des Herrn S o k o 1 o w konstatieren können. Das Resultat war die in der jüdischen Oeffentlichkeit erzeugte Illusion, daß der Weg nach Palästina frei und mit Rosen besät sei. Nach den ersten Erfolgen sind Schwierigkeiten und Katastrophen gekommen, und eine Stimmung der Verzweiflung und Niedergeschlagenheit hat die jüdischen Massen ergriffen. Unsere nächste Aufgabe besteht darin, daß wir die jüdischen Kräfte im Galuth organisieren müssen. Wir müssen den a 11 w e 11 - liehen jüdischen Kongreß organisieren helfen und dürfen in diesem keine Konkurrenz für den zionistischen Kongreß sehen. Es ist nicht möglich, über die Lage in Palästina zu sprechen, ohne die Frage unserer Beziehungen zu unseren arabischenNachb a r n zu berühren. Ich will nicht Gesagtes wiederholen. Wir als internationale Sozialisten können uns unsere Beziehungen zu den Arabern nicht anders vorstellen, als auf der Grundlage des friedlichen Zusammenlebens und Zusammenwirkens zweier arbeitender Nationen auf Grundlage der nationalen Freiheit und Selbstverwaltung. Wir haben z. B. in der Resolution, welche wir der englischen Arbeiterpartei noch im März vorlegten, die Forderung aufgestellt, daß die nationale Autonomie der Juden und Araber bald verwirklicht werden solle. Es sind dies Selbstverständlichkeiten für uns. Die Lösung dieser Frage ist ein Kernproblem erfolgreicher zionistischer Tätigkeit. Aber ich habe in diesem Punkte ein paar Fragen an die Exekutive zu richten. Ebenso wie wir Klarheit darüber haben müssen, auf welche Teile des englischen Volkes wir im Kampfe der imperialistischen Interessen, der sich im Osten abspielt, rechnen können, müssen wir das Gleiche betreffs der gesellschaftlichen Kräfte im arabischen Volke erkennen. Die jüdische Arbeiterschaft kann sich mit den arabischen Effendis und Scheiks nicht verständigen. Wir leugnen nicht, daß die durch die obersten Schichten der arabischen Bevölkerung in Palästina hervorgerufene Bewegung der Beginn einer nationalen Bewegung ist. Sie hat aber die arbeitenden Massen des arabischen Volkes nicht ergriffen. Die Primitivität der Massen macht es möglich, sie gegen die Juden aufzureizen. Die patriarchalischen Zustände machen es möglich, die Massen zu verführen. Es ist für uns klar, daß die arabischen Scheiks nicht für die nationale Freiheit der Araber kämpfen, sondern für ihre eigene Freiheit, die Massen des arabischen Volkes zu unterdrücken. Wir können uns mit den Grundbesitzern nicht verständigen. Die Verständigung wird auf der Linie eines direkten Ausgleiches zwischen den jüdischen und arabischen arbeitenden Massen in Palästina erfolgen. Was denkt aber die Exekutive? Sie stellt sich auf den Standpunkt, daß mit den heutigen selbsterwählten politischen Führern der Araber ein Ausgleich möglich sei. Mit welchem Programm ist sie zu ihnen gekommen? Wir sehen in den Verhandlungen mit E m i r F e i s a 1 die Wiederholung der Methode: zuviel Diplomatie und zu wenig Politik. Ein Programm nationaler Autonomie, eine Lösung der Agrarfrage im Interesse der Fellachen, konkrete positive Vorschläge zur Verfassungsfrage, das wäre eine Basis, auf der ein Ausgleich hätte gesucht werden können. Jetzt hören wir von Dr. W e i z m a n n, daß er in London mit der arabischen Delegation nicht habe verhandeln können, weil sie sich nicht auf den Standpunkt der Balfourschen Deklaration stelle. Wie kommt es aber, daß der Vertreter der Exekutive in Palästina dem Waad Haleumi vorgeschlagen hat, auf die Balfour-Deklaration zu verzichten? (Lebhafte Unruhe. Zurufe: Namen!) Man weiß, wer nach den Mai-Vorgängen die Exekutive in Palästina vertrat. (Erneute Unruhe.) 173

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