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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 170

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 170 (sequence 180)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Hechalur-Organisationen haben und daß die berufliche Ausbildung des Chaluz eigentlich erst in Palästina stattfindet. Nichtsdestoweniger wird dem misrachistischen Chaluz Schwierigkeiten gemacht, wenn er ein Zeugnis einer linksorientierten Chaluz-Organisation nicht besitzt. Wenn es schon einem Chaluz gelingt, nach Palästina zu kommen, so wird er gleichgiltig aufgenommen. In verschiedenen Fällen hat der Waad Hazirim den misrachistischen Chaluzim wohl Arbeit verschafft, aber die Bedingungen des Waad Hazirim waren für sie so ungünstig, daß es unmöglich war, unter solchen Bedingungen zu leben. Wir haben in Palästina bereits eine kleine Anzahl von Chaluzim des Zeire-Misrachi. Die Gruppe ist zwar noch klein, aber wir hoffen, daß sie größer werden und einen wichtigen Faktor in Palästina bilden wird. Die Beziehungen der linken Chaluzim zu den unserigen lassen viel zu wünschen übrig. Wir können in den Küchen nicht mitessen, weil sie nicht rituell geführt werden. Ich frage die Chawerim von links: Ihr sprecht von Freiheit. Was versteht Ihr darunter? Ist denn das Freiheit, wenn man Leute zwingt, gegen ihre heiligsten Ueberzeugungen zu handeln? Wollt Ihr, daß man Eure Schlagworte über Freiheit ernst nehmen soll, müßt Ihr Euch gewöhnen, die religiösen Gefühle anderer zu achten. Sonst bleibt Eure Forderung nach Freiheit eine leere Phrase. Es ist bekannt, daß der orthodoxe Arbeiter zurückhaltender ist. Wir wissen, daß Ihr Schreier seid, aber sagen offen, daß wir fernerhin auf unsere Ehre nicht verzichten werden. Wir erklären hiermit, daß die bestehende Arbeiter-Organisation nicht das Recht hat, im Namen aller Arbeiter zu sprechen. Es gibt auch einen misrachistischen Arbeiter. Wir fordern, daß die Arbeiterbank auch den misrachistischen Arbeiter unterstützt. Wir fordern auch, daß von den Geldern des Keren Hajessod auch den misrachistischen Chaluzim bis Jaffa pekuniäre Unterstützung zuteil wird und daß unser Keren Hechaluz unterstützt werden soll. Doch wollen wir keine Scheidung zwischen uns und den übrigen Arbeitern. Wir wollen gemeinsam arbeiten und haben auch ideologisch manches gemein besonders mit dem Hapoel Hazair in Bezug auf soziale Fragen. Aber wir wollen, daß man wissen soll, daß wir in der zionistischen Bewegung eine Macht sind. Wenn wir sehen, daß hier 110 Delegierte des Misrachi und Zeire Misrachi sind, muß man mit ihnen rechnen. Wir wollen nicht den Weg der Linken gehen, die im Zionismus Sozialismus und nicht Judentum sieht. Wir wollen diesen Weg nicht gehen, weil wir zu unserer alten Kultur zurückgehen und sie in ihrer Blüte sehen wollen, wenn wir in das Land unserer Väter zurückkehren. Nord au sagte einst: „Das Judentum wird zionistisch sein oder es wird nicht sein." Ich möchte aber mit den Worten schließen: DerZionismus wird im Geiste jüdisch sein oder er wird nicht sein. (Zustimmung.) Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Herr Kaplansky. Mitglied des A. C. S. Kaplansky (mit lebhaftem Beifall begrüßt, spricht jüdisch): Geehrter Kongreß! Es ist nicht schwer, die Exekutive zu kritisieren. Man hat die berechtigte Beschwerde erhoben, daß die Frage der Grenzen nicht den Interessen der jüdischen Kolonisation gemäß gelöst wurde, weder bezüglich der Nordgrenze, noch bezüglich Transjordaniens, wo ein neues Emirat geschaffen und Emir. Abdallah eingesetzt wurde. (Ruf: Abdallah ist nicht mehr da!) Das macht nichts, da wird ein anderer Prätendent kommen, es sind ihrer viele da. Das Mandat befriedigt sicherlich nicht die Erwartungen der großen jüdischen und zionistischen Oeffentlichkeit. Das Mandat gibt uns nicht viel mehr als Freiheit der Einwanderung und An- 170

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