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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 163

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 163 (sequence 173)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4463-3480607
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die Abgeordneten dieser Nationen, die zum ersten Mal zusammengekommen sind, vor Begeisterung und Jubel aufjauchzten, die Abgeordneten der jüdischen Nation sich in pessimistischer Stimmung befinden und bei ihnen Kritik und Unzufriedenheit vorwalten. Vielleicht hat dies seinen Grund darin, daß, während bei den anderen Nationen ihre Abgesandten, die im Auslande die Politik führten, sich Schritt für Schritt im Einvernehmen mit den Führern des Volkes befanden und die Führer des Volkes über jede Phase, die die Politik durchmachte, informierten, wir im Gegensatz dazu gewissermaßen abgeschnitten waren von diesen unseren Repräsentanten, die im Auslande unsere Politik führten, wir nicht informiert waren über die Schritte und Taten, die im Auslande unternommen wurden und erst heute zum ersten Mal gewisse Dokumente in Kopien zu sehen bekommen und erst heute Manches erfahren, was mit uns bisher geschehen ist Ich möchte betonen, daß das Mandat in seinem Inhalt bis heute noch unbekannt ist. Vielleicht ist diese Unzufriedenheit mit ein Grund dafür, daß zu den Lorbeerkränzen unserer Führer, die ihnen für ihre aufopferungsvolle Arbeit gebühren, von San Remo bis heute sich gewisse Dornblumen zugesellt haben. Aber Tatsache ist es, daß viele von uns — ich spreche im Namen einer Landsmannschaft, die den größten Prozentsatz der Schkolim aufgebracht hat — so sehr wir von Dankesgefühlen für unsere Führer erfüllt sind, — dennoch des Gefühls der Unzufriedenheit uns nicht erwehren können. Es sind uns vier Berichte vorgelegt worden, denn vier Gebiete waren es, in denen sich die Tätigkeit der Leitung bewegte: Politik, Palästina, Finanzen und Organisation. Ich glaube sagen zu dürfen, daß jedes dieser Gebiete ein Manko aufweist. Was die Politik anbelangt, so will ich, um nicht mißverstanden zu werden, sofort hervorheben, daß wir die großartige Leistung bewundern und anerkennen, die von denjenigen vollbracht wurde, die trotz vieler Schwierigkeiten, vielleicht unter persönlichen Demütigungen und Unannehmlichkeiten das nationale Werk von San Remo vollbracht haben. (Lebhafter Beifall.) Allein dies hebt die Tatsache nicht auf, daß heute der politische Zustand für uns schlecht ist. Die Grenzfrage ist Ihnen allen bekannt und Sie wissen, daß sie nicht am glänzendsten aussieht. Das M a n d a t ist bis heute noch unerledigt und, wenn es zur Erledigung gelangen sollte, so wissen wir, daß es so viele Lücken aufweist und soviele Interpretationsmöglichkeiten zuläßt, daß die Behauptung richtig ist, daß wir auf einem politischen Vulkan arbeiten. Es ist im Mandate der Termin nicht angegeben, wann es aufhören oder der Revision unterliegen soll. Die Naturalisation ist erst einem späteren Gesetze vorbehalten. Es ist dort von verschiedenen „Selfgoverning Institutions" die Rede, die den Arabern verschiedene Vorrechte geben können, was aus der Konstruktion des „a National Home for the Jewish people" sehr leicht hervorgeht. Das betrifft das Mandat. Die Sache .der Regierungspolitik in Palästina ist für uns schmerzlich. Sie wissen alle, wie sich die Araber verhalten. Aber viel schmerzlicher als die physischen Pogrome ist der ideelle Pogrom, der durch die Rede vom 3. Juni uns zugefügt wurde. Bis zum heutigen Tage ist dem Kongresse ein Zeichen des High Commissioner nicht zugekommen. Es, wird wohl in verschiedenen Privatzirkeln von einem Begrüßungsschreiben gemunkelt, aber wenn es vorliegen würde, würde es dem Kongresse und den Mitgliedern des A. C. nicht vorenthalten werden, und ich muß daher annehmen, daß ein solches nicht da ist, und das ist ein Beweis für den Zustand unserer Politik. Die Araber sind über unsere Intentionen nicht informiert, wir haben nichts getan, um die Araberpresse zu beeinflussen, um mit ihnen in Einklang zu kommen. Dies alles hat natürlich Gährungen in Palästina hervorgerufen. Nun hat es immer geheißen, daß die Politik nicht mehr von solcher Bedeutung ist, daß die Krone der Politik die Tat in Palästina ist. Wie 11* 163

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