Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 172)
- Language
- German, English, Hebrew
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äber nach Cleveland." Dessenungeachtet haben sie es doch nach Cleveland gebracht, und dort wurden sie dann mit einer Mehrheit von 2 zu 1 geschlagen. Die Idee einer separaten amerikanischen Organisation ist von höchst bedauerlicher allgemeiner Wirkung gewesen. Sie hat einen Unterschied geschaffen zwischen amerikanischen Juden, deren Bürgerrechte vor fünfzig Jahren und solchen, deren Bürgerrechte erst vor zwanzig Jahren erworben wurden; zwischen russischen, deutschen und amerikanischen Juden. Diese Kluft ist das Ergebnis der Taktiken der vorigen Leitung. Wir haben uns nicht von den Juden Europas getrennt, und als der Vorschlag gemacht wurde, daß wir unsere eigenen Gelder verwalten sollten, haben wir ihn auf Grund zionistischer Prinzipien abgelehnt. In dieser Zeit der Not, in der die Juden des östlichen Europas weit mehr als wir gelitten haben, liegt es uns fern, zwischen den reichen und den armen unter uns zu unterscheiden — zwischen Juden der starken und der schwachen Valuta. Wir sind zu diesem Kongreß in der Hoffnung gekommen, daß hier — unter völliger Außerachtlassung der amerikanischen Kontroverse, die durchaus nicht hierher gehört — ein Programm festgelegt werden würde, das der Zukunft entspricht, das Gewähr bietet für das Gelingen unserer Bemühungen und das erneutes Zutrauen und erneuten Glauben in unsere Organisation schafft. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkin: Wird die Uebersetzung verlangt? (Zustimmung und Gegenrufe.) Wer ist dafür, daß die Rede übersetzt werden soll? (Nach einer Pause:) Ich bitte um die Gegenprobe. — (Nach einer Pause:) Die Mehrheit ist für die Uebersetzung. Herr Israel Cohen wird also eine kurze Uebersetzung geben. Delegierter Israel Cohen (China) übersetzt die Rede des Delegierten L i p s k y ins Deutsche. Delegierter I. Raffaiovich (Order of Ancient Maccabeans, zur Geschäftsordnung, spricht englisch): Ich mache darauf aufmerksam, daß wir die von uns beschlossene Ordnung nicht eingehalten haben, denn wir hätten mit der Generaldebatte schon am Freitag zu Ende sein sollen. Ich bitte nun das Präsidium, uns ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie die Verhandlungen weitergehen werden und wann wir mit dieser Materie zu Ende sein werden, damit die anderen Angelegenheiten durchgenommen werden können. Vizepräsident Motzkin: Das Präsidium wird Ihnen die Antwort darauf in der nächsten Sitzung geben. Wir werden bemüht sein, es so anzuordnen, daß alle, die etwas zu sagen haben, zum Worte kommen und daß wir mit dem Kongresse rechtzeitig fertig werden. Jetzt kann ich Ihnen noch keine Antwort geben. Das Wort hat Herr Dr. Leon Reich. Delegierter Dr. Leon Reich (Ostgalizien, spricht deutsch): Geehrter Kongreß! Es ist unter anderem ein Beweis unserer Tragik, daß, während bei anderen Nationen, die nach Abschluß des Krieges und zufolge desselben in kleinerem oder größerem Maße ihre Freiheit erlangt haben, 162