Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 161

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 161 (sequence 171)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4461-3480605
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

für Organisation- und Kolonisationsmethoden. Ais die Buffaioer Konferenz ihre Resolutionen in Bezug auf den Keren Hajessod faßte, wurde es von den Delegierten als ganz selbstverständlich betrachtet, daß diese Resolutionen ohne Zustimmung der Londoner Exekutive keine Gültigkeit erlangen konnten. Die Organe, die wir geschaffen hatten, „The Maccabean", „Dos Yiddishe Folk", „Young Judaea" wurden aufgelöst; unsere Organisatoren und Redner wurden entlassen; die Organisation wurde zerstückelt. Sie nahm weder neue Arbeiten auf, noch befaßte sie sich mit dem Sammeln von Geldmitteln, sondern widmete sich ausschließlich der Organisierung von privaten Körperschaften, obwohl die Buffaioer Konvention dieser Methode des Aufbaues des jüdischen Heims nur geringe Beachtung geschenkt hatte. Die Führerschaft sprach von Spendenfonds, aber nicht einmal auf der Basis von Spenden wurde ein Versuch gemacht, Gelder zu sammeln. Inzwischen drang von Europa aus ein neuer, bedeutungsvoller Lebensstrom zu uns herüber, getragen von wiederbelebter Hoffnung und Zuversicht, während wir tatenlos zusahen; schließlich gelangten wir zu der Einsicht, daß wenn die Organisation gerettet werden und unsere zwanzig Jahre lange Arbeit nicht vergebens sein sollte, die Leitung geändert werden müsse. Wäre die Leitung nicht so hartnäckig gewesen und hätte sie den Ausführungen des Exekutiv-Komitees wegen des Memorandums Gehör geschenkt, hätte vielleicht ein Vergleich zustande kommen können; möglicherweise hätte die Sache sich wieder einlenken und die Kollision sich verhüten lassen. Judge M a c k aber betrachtete jeden, der mit seinem Vorschlage nicht einverstanden war, als einen Abtrünnigen, der es nicht verdiente, gehört zu werden. Seit zwanzig Jahren arbeite ich in der Zionistischen Organisation Amerikas, und habe vieles zum Aufbau der Organisation in den Vereinigten Staaten beigetragen; weil ich aber gegen das Memorandum war, wurde ich nicht über den Inhalt des Memorandums unterrichtet, das dem Exekutiv-Komitee unterbreitet werden sollte. Ich wußte nichts über dieses Memorandum, und als wir uns an die Mitglieder des Exekutiv-Komitees mit der Bitte wandten, es nicht ohne Diskussion durchgehen zu lassen, wurde die Situation durch Judge M a c k auf die Spitze getrieben, und er selbst führte den offenen Bruch herbei, über den in der Konferenz die Entscheidung fallen sollte. Die gegenwärtige Leitung ist aus Mitgliedern der alten Leitung zusammengesetzt; ein jedes der Mitglieder steht seit mehreren Jahren im Dienste der zionistischen Bewegung, und jedes hat sein Möglichstes zur Erhaltung der Organisation während des Krieges getan. Diese neue Leitung wird von der öffentlichen Meinung, der jüdischen Presse und den führenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinden unterstützt. Wir kamen zum Kongreß, um bei der Ausarbeitung eines konstruktiven Planes behilflich zu sein. Auch Judge M a c k hätte hier sein müssen, um sich an dieser Aufgabe zu beteiligen. Wir sagten zu Judge M a c k: „Haben Sie ein Programm entworfen, so bringen Sie es zum Kongreß, nicht 11 161

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.