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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 160 (sequence 170)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4460-3480604
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schaft aber wieder auf taube Ohren stießen, wurde der jüdische Kongreß eine leere, nutzlose Sache. Ais die Führerschaft unsichtbar wurde und weder von sich hören ließ, noch anderen Gehör schenken wollte, da verhielt sich die Bewegung, d. h. die Leitung der Bewegung, dem öffentlichen Interesse gegenüber weniger und weniger entgegenkommend und zeigte sich immer mehr abgeneigt, die Wünsche des jüdischen Volkes anzuhören. Als wir mit ihnen von einer jüdischen Presse sprachen, ignorierten sie deren Existenz und nahmen schlechtweg an, daß die Meinungen dieser Presse belanglos wären, und daß sie aus individuellen Journalisten bestand, die nicht als Vertreter des Volksgedankens gelten konnten. Als die Balfour- Deklaration kam, fand sie sich einer jüdischen Presse gegenüberstehend, die uns feindlich gesinnt war; einer jüdischen Oeffentlichkeit gegenüber, die mürrisch und kampflustig war. Dies alles trug sich zu einer Zeit zu, da die Leitung eine erfolgreiche Idee vertrat, die Verwirklichung des zionistischen Ideals. Die Tendenz der früheren Leitung war es, den Wert und die Existenzmöglichkeit einer zionistischen Weltorganisation zu leugnen. Eine jede ihrer Handlungen, seit dies bei ihr zur fixen Idee wurde, kann nur von diesem Gesichtspunkt aus verstanden werden. Manche Leute glauben, daß der Zwist in Amerika sich um Spenden und Investitionen drehte. In Wirklichkeit handelte es sich aber darum, ob es eine gemeinsame Kassenverwaltung für die ganze Welt geben, oder ob jeder Landesverband seine eigene Kassenverwaltung haben sollte. Wir erklärten uns für eine Welt-Kassenverwaltung, und es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, daß auf unserer Konferenz — abgesehen von den persönlichen Vertretern der Führerschaft — 90 %der Teilnehmer diesem Prinzip zustimmte. Die Mehrzahl der Delegierten waren sich dahin einig, daß Verbesserungen im Verwaltungs-, Organisations- und Finanzwesen herbeigeführt werden müßten; als aber die Führerschaft einen Vorschlag vorlegte, der auf der Ableugnung der Autorität der Weltorganisation basierte, erklärten die Zionisten, daß vor allen Dingen die Weltorganisation aufrecht erhalten werden müsse. Sie schätzten und achteten die Führerschaft und trotz wachsender Differenzen wurde die Leitung in Chicago wiedererwählt. In Buffalo verhielt es sich genau so. Ich erkläre kategorisch, daß, als sich unsere Führer nach London begaben, sie noch keinen Plan gefaßt hatten. Mr. Simon und ich fuhren in demselben Dampfer herüber wie die Leitung. Nicht ein Wort fiel in Bezug auf einen Plan, und ich stelle hier fest, daß den Delegierten in London nicht das Geringste von Mr. Brandeis' Plan oder Vorschlägen bekannt war. Diese machte er auf seine eigene Verantwortung und ohne Rücksprache mit uns. Ich stelle es als eine historische Tatsache fest, daß gleich nach der Londoner Konferenz die Leitung systematisch zu Werke ging, um die amerikanische Organisation von der Weltorganisation abzutrennen. Angefangen wurde mit der Entwicklung von speziellen amerikanischen Plänen 160

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