Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 169)
- Language
- German, English, Hebrew
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Anerkennung für den Erfolg gezollt werden würde, den sie, ungeachtet der Ereignisse während des Krieges, erzielt hat. Wir hofften auch, daß sich der Kongreß mit dem Aufbau unserer Organisation, der jetzigen Zeit entsprechend, befassen und Abhilfe für die Dinge schaffen würde, welche sich im Verlauf des Krieges als mangelhaft erwiesen hatten. Anstatt dessen beginnt der Kongreß unter häufigem Hinweis auf die Geschehnisse in Amerika, wogegen wir protestieren müssen. Wir verwahren uns gegen das Hineinziehen von Dingen hier, die ausschließlich Sache der Zionisten Amerikas sind. Viel Mißverständnis hat in Bezug auf die eigentlichen Beweggründe der Kontroverse in den Vereinigten Staaten Platz gegriffen. Schon vor Ausbruch des Krieges besaßen wir in den Vereinigten Staaten sämtliche Institutionen, die wir jetzt besitzen. Wir hatten unsere Publikationen, unsere Monats- und Wochenschriften, unsere Organisation, die Hadassah, Jung -Judaea, und zu Anfang des Krieges florierten alle diese Einrichtungen. Julius Simon: Wie viele Mitglieder zählten sie? Delegierter Louis Lipsky (fortfahrend): So viele wirkliche Mitglieder, als wir heute besitzen. Auch in den Vereinigten Staaten besaßen wir Männer von geistigen Aspirationen und praktischen Fähigkeiten, und diese haben dem Zionismus im ganzen Lande Bahn gebrochen. Einer unserer hervorragendsten geistigen Führer, Herr Rabbiner Hirsch Masliansky, befindet sich als Delegierter hier unter uns. Vor dem Kriege durchreiste Herr Dr. L e v i n einige Male die Vereinigten Staaten, und auch Herr Sole o 1 o w, Dr. Mossinsohn, Dr. Franz Oppenheimer, Dr. Ignaz Z o 11 s c h a n u. a. m. kamen hinüber und trugen den jüdischen Gemeinden Amerikas die Botschaft des Zionismus zu. Auf Anregung Herrn Dr. Levins wurde das Provisional Comm i 11 e e gebildet. Herr Dr. Levin und ich waren diejenigen, welche dieses Komitee, das einige Jahre hindurch Seite an Seite mit der Zionistischen Organisation arbeitete, beriefen. Die Zionistische Organisation übte ihre Tätigkeit aus, und das Provisional Committee verfolgte seine eigenen politischen und finanziellen Bestrebungen. Nie wurde von Seiten der Mitglieder des Provisional Committee, den sogenannten Mitgliedern der Brandeis- Gruppe, der Versuch gemacht, die Wünsche derjenigen zu erfahren, in deren Namen sie sprachen und handelten. So fuhren sie, gänzlich von der öffentlichen Meinung unbeeinflußt, in ihrer Arbeit fort. Sie verfolgten hartnäckig ihre eigene Bahn und ließen sich von ihrem Wege nicht im geringsten durch das abfällige Urteil der judischen Oeffentlichkeit abbringen. So bildete sich eine Kluft zwischen dieser Gruppe, die auf ihrem Gebiete Vorzügliches leistete, und der Mitgliedschaft der Zionistischen Organisation. Zu der Zeit, als sich die Führerschaft zugänglich und teilnehmend erwies, schufen wir den jüdisch-amerikanischen Kongreß; als wir bei der Führer- 159