Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 168)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter Dr. Mayer Ebner (fortfahrend): Hier sehen wir viele Parteien. Aber daß sie sich in diesem Saale für die gemeinsame große Sache vereinigt haben, ist ein Zeichen der lebendigen Kraft unseres Volkes, ist ein Zeichen, daß es eine Solidarität gibt nicht nur im Unglück, sondern auch im Glück. Und im Zeichen der Einigkeit sollen wir arbeiten; nur im Zeichen der E i n i g k e i t wird Palästina wieder jüdisch werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter N. D. Adler Order of Ancient Maccabeans, spricht jüdisch): Ich schlage vor, daß die Redezeit auf zehn Minuten beschränkt werde. In zehn Minuten kann man eine Menge sagen und hier redet man eine Menge Narrischkeiten. Vizepräsident Motzkin: Sie haben einen unparlamentarischen Ausdruck gebraucht, den Sie nicht gebrauchen dürfen. Es liegt ein Antrag Adler vor, die Redezeit für die weiteren Redner auf zehn (Rufe: 15!) Minuten zu beschränken. Ich mache darauf aufmerksam, daß noch eine Reihe von Rednern von Fraktionen vorgemerkt ist. Wünscht jemand das Wort gegen diesen Antrag? (Del. Dr. D a i c h e s meldet sich zum Wort.) Herr Dr. D a i c h e s hat das Wort. Delegierter Dr. S. Daiches (England, spricht englisch): Ich bin dagegen, die Redezeit zu beschränken, bevor die Redner der Fraktionen gesprochen haben. Wir können ja dann weiter darüber beraten. Vizepräsident Motzkin: Wir schreiten zur Abstimmung über den Antrag Adler. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist abgelehnt. Zum Worte gelangt nunmehr Herr L i p s k y. Delegierter Louis Lipsky (Amerika, beginnt seine Rede in englischer Sprache. — Lebhafte Unruhe. — Rufe: Er soll jüdisch sprechen!) Vizepräsident Motzkin: Herr Lipsky wird so sprechen, wie er sprechen kann und will, und Sie dürfen ihn nicht darin stören. Es gibt eine große Zahl von Mitgliedern hier, die englisch versteht. Uebrigens wird die Rede des Herrn Lipsky, wenn Sie es wünschen, übersetzt werden. Delegierter Louis Lipsky (englisch fortfahrend): Herr Präsident, meine Damen und Herren! Es lag nicht in der Absicht der amerikanischen Delegierten, in die allgemeine Debatte einzugreifen. Der gegenwärtige Kongreß findet nach einer ganzen Reihe von Jahren statt, in denen sich viele schwerwiegende Ereignisse zugetragen haben; gewaltige Umwälzungen haben in den Organisationsformen der Bewegung stattgefunden, die notgedrungen geregelt werden müssen. Wir glaubten, daß der Kongreß die Tatsache berücksichtigen würde, daß wir mit außerordentlichen Verhältnissen zu kämpfen hatten, — mit der furchtbaren Not eines Teils unseres Volkes einerseits, und mit der großen Schwierigkeit andererseits, geeignetes Personal sowie Männer zu finden, befähigt, die Direktive in Angelegenheiten der Bewegung zu übernehmen, — und daß der Leitung ein gewisses Maß von 158