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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 156

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 156 (sequence 166)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Delegierter Dr. Mayer Ebner (fortfahrend): Wir wollen festhalten an unserem nationalen Programm, man soll aber auch goldene Brücken jenen bauen, die uns fernstehen. Da erfülle ich eine Pflicht, welche mir durch die rumänische Landsmannschaft auferlegt worden ist. Im Juni d. J. hat in Galatz eine Konferenz der Zionisten Altrumäniens stattgefunden und die überwältigende Mehrheit beschloß eine Resolution, deren Inhalt ich dem Kongresse bekanntgebe. In dieser Resolution wird verlangt, daß die zukünftige Leitung angewiesen werde, eine Plattform zu finden, auf der sich die amerikanischen Zionisten Brandeis und Genossen mit uns zusammenfinden sollen. Der Amerikaner Goldberg hat gesagt: Amerika wird Palästina aufbauen. Da möchte ich nun anregen, daß eine Delegation aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung nach Amerika geschickt werde. Denn die frommen Juden werden nur von frommen Juden, die Arbeiter nur von den Arbeitern verstanden. Wenn Sie diese Delegation schicken, dann schicken Sie auch einen deutschen Juden mit und schicken Sie ihn deswegen, weil er am besten die Organisation versteht. Er wird bewirken, daß wir ernten werden, was die Delegation durch ihre Tätigkeit gesät haben wird. Wenn wir von den deutschen Juden sprechen, so wollen wir der Berliner Leitung dankbar gedenken, die vor dem Kriege gearbeitet hat. Man mag sagen, was man will: Die Organisation war unter der deutschen Leitung vortrefflich, sie war vielleicht besser, als sie heute ist. Nehmen wir sie als Muster! Man hat gesagt, daß man eine Brücke bauen muß. Simon und de Lieme haben gesagt, daß, wenn man Palästina aufbauen will, man alle Kreise des Judentums heranziehen müsse. Wir müssen aber auch eine Brücke zu Brandeis bauen, zu den Arabern und zu den Nichtjuden, warum nicht auch zu den Juden? Es gibt nämlich eine namenlos dunkle Masse im Osten Europas (lebhafter Widerspruch)... Verzeihen Sie, so habe ich das nicht gemeint; ich nenne sie dunkel, weil man sie nicht individuell unterscheiden kann, weil sie so unendlich groß ist. Sie gehört nicht zu den Misrachisten, noch steht sie in der Agudah, sie steht abseits beider Richtungen. Wenden wir uns auch an diese Massen, wir sollen auch den Weg zu diesen Massen finden. Dort steht ein mächtiger Block des Judentums, den Sie für den zionistischen Gedanken exploitieren können. Verehrter Kongreß! Es wurde heute auch von den Beamten gesprochen. Ich möchte an dieser Stelle hervorheben, daß die Organisation dieses Kongresses vortrefflich ist und daß wir der Beamtenschaft dafür Dank sagen sollen. Wir müssen anerkennen, daß sie im großen und ganzen auch ihre Pflicht redlich erfüllt hat, daß es vielleicht eine Gefährdung der bürgerlichen Existenz ist, wenn man sich mit ganzer Kraft dem Zionismus widmet. Wir müssen auch sagen, daß man sich davor hüten muß, bei der Bestellung der Beamten Nepotismus gelten zu lassen und davor, daß die Beamten nicht von einzelnen Personen abhängig werden. Sie müssen wissen, daß sie Diener des ganzen jüdischen Volkes sind. Daher müssen wir der Leitung die Weisung auf den Weg* geben, ein Beamtenregulativ zu schaffen, damit deren Zukunft sichergestellt wird. Meine Herren! Nicht bloß Chaluzim sollen wir nach Palästina schicken — die werden, wie mir scheint, besonders berücksichtigt, und gewiß mit Recht — es gibt auch jüdische verheiratete Handwerker, die nach Palästina ziehen wollen und von denen wir größere Sicherheit haben, daß sie im Lande bleiben, als bei den Chaluzim. Es ist vorgekommen, daß diese wieder nach Amerika gewandert sind. Wir müssen ständige Auskünfte vom Arbeitsmarkt in Palästina haben. Wir werden oft mit Anfragen bestürmt, welche Arbeiten dort gebraucht werden. Solche Nachrichten sind unbedingt notwendig. Weiter wäre erwünscht, daß das Zen- 156

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