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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 153

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 153 (sequence 163)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Nur zwei Dinge können auf das Aktivkonto der zionistischen Arbeit in der letzten Zeit gebucht werden: Das sind: die Einwanderung von Chaluzim und der Bodenkauf im Emek Jesreel. Beide sind aber gegen den Willen der Führer gemacht worden. Die Chaluzim kamen ins Land auf verschiedenen Wegen, nach Ueberwindung vielfacher Hindernisse, gegen das ausdrückliche Verbot der Londoner Exekutive. 28 Jahre haben wir auf den Bodenkauf im Emek gewartet, Jehuschua H a n k i n hat dafür jahrelang gearbeitet, und als endlich der Kauf möglich wurde, waren die Führer dagegen. Es heißt, daß der Boden zu teuer ist, aber können uns vielleicht die Bodentheoretiker aus Amerika und aus anderen Ländern sagen, welcher Boden in Palästina billiger ist? Wir müssen alle Möglichkeiten für unsere Politik schaffen. Die Touristenwirtschaft muß aufhören. Diplomatenpolitik können wir uns nicht leisten. Es * ist richtig, daß der Waad Hazirim viel Geld, insbesondere während der ersten zwei Jahre nach der Deklaration verschlungen hat. Ein viel größeres Unglück aber als die Verschwendung von Geld ist die Verschwendung von Menschen. Von allen Seiten strömten Chaluzim zu uns, unter den schwersten Bedingungen brachen sie sich einen Weg nach Palästina, bereit zu arbeiten, zu bauen, sich zu opfern. Die Zionistische Exekutive hat aber nichts getan, um ihnen Hilfe zu verschaffen und um zu verhindern, daß wertvolle Kräfte verloren gehen. Es ist uns daher klar: die bedeutendste politische Arbeit ist für uns gegenwärtig: Erneute Einwanderung, Ausbau des H e c h a 1 u z , Verstärken des Schutzes und Konsolidierung unserer Positionen im Lande. (Beifall.) Vorsitzender: Das Wort hat Herr Dr. Mayer Ebner. Mitglied des A.C. Dr. Mayer Ebner (Großrumänien, spricht deutsch): Hochgeehrter Kongreß! Der erste Redner in der heutigen Sitzung, Herr Jean Fischer, hat der Leitung den Vorwurf gemacht, daß sie diesen Kongreß nicht schon nach Jerusalem einberufen hat. Ich glaube, daß sich in dieser Versammlung kein besonnener und klar denkender Zionist befindet, der der Leitung einen solchen Vorwurf machen kann. Die Lage in Palästina ist außerordentlich gespannt. Wir können nur dann riskieren, einen Kongreß nach Jerusalem zu berufen, wenn absolute Ruhe und Sicherheit garantiert ist. Der Zionistenkongreß in Jerusalem muß der Endpunkt einer Entwicklung und der Anfang einer neuen Entwicklung sein. Wir werden vielleicht noch manches Jahr warten müssen, bis unsere Exekutive sich entschließen kann, den Kongreß nach Jerusalem zu berufen. Die Berichte der Exekutive sind uns leider zu spät zugekommen. Sie sind so umfangreich, daß wir nicht in der Lage waren, sie genau zu studieren. Aber als Mitglieder der Landesorganisationen haben wir nicht nur aus der Presse, sondern auch aus den Mitteilungen der Exekutive an die Landesorganisationen ein klares Bild gewonnen, um uns über die Leistungen und Unterlassungen der Leitung ein Urteil zu bilden. Gestatten Sie, daß ich als Sprecher der großrumänischen Landsmannschaft, welche aus vier autonomen Gruppen besteht, zu den einzelnen Fragen Stellung nehme. Ich glaube, kein Zionist kann achtlos an der brennendsten und aktuellster. Frage vorübergehen, an der arabischen Frage. Seit dem Auftreten H e r z 1 s haben wir nur immer an die Schwierigkeiten gedacht, die uns der Sultan und die Türkei bereiten könnten, an die Abneigung des Heiligen Stuhles, an den Widerstand bei den Großmächten. Aber daß die allergrößte Gefahr im Lande selbst besteht, daß wir die Gefahr bei den 153

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