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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 152

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 152 (sequence 162)
Language
German, English, Hebrew
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Pogromen in der Ukraine Schuld? Gerade darin, daß wir einen neuen Maßstab für diePogrome in Erez Israel geschaffen haben, steckt eine moralische Gefahr und eine Verleumdung gegen den Jishub und gegen den Zionismus. Während der ganzen 40 Jahre der jüdischen Kolonisation ist auch nicht ein arabisches Dorf von Juden überfallen und kein einziger Araber von einem Juden angegriffen worden. Was für einen Sinn hat es also, uns jetzt Moral zu predigen, von einer Verbesserung der Beziehungen zu den Arabern, von einer Revision usw. zu reden? Das Streben, mit den Arabern freundlich zusammenzuleben, ist bei uns nicht neu. Der jüdische Arbeiter hat es immer angestrebt, wirklich menschliche Beziehungen zwischen Juden und Arabern zu schaffen. Gerade vor dem Kriege haben wir zwei Männer verloren, deren Namen die Exekutive in ihrer Totenliste zu erwähnen vergaß — die Exekutive möge mir entschuldigen, daß ich sie daran erinnere, es kommt schon vor, daß man der Exekutive das, was sie oft vergißt, in Erinnerung bringen muß. — Es waren dies Jehoschua B a r z i l a i und Michael H a 1 p e r i n, und beide haben schon jahrelang von einem brüderlichen Zusammenleben der beiden semitischen Völker geträumt. Die jüdische Arbeiterschaft erkannte schon vor 15 Jahren, welche Gefahr für unser Zusammenleben darin liegen würde, wenn wir Palästina auf der Grundlage von jüdischen Arbeitgebern und arabischen Arbeitern bauen würden. Der jüdische Arbeiter wußte schon damals, daß ein solcher unnatürlicher Zustand unsere ganze Lage sowohl politisch als wirtschaftlich gefährden muß. Der jüdische Arbeiter war es, welcher das Volk von dieser Gefahr rettete! Auch bezüglich unserer politischen Stellung hat der jüdische Arbeiter seine Antwort gegeben. Wir sagen schon seit langem, daß das Zusammenleben der Völker Palästinas nur auf der Grundlage breiter nationaler Autonomie gebaut werden kann. Würden wir eine gesicherte nationale Autonomie besitzen, dann wäre unsere gemeinsame Arbeit gewiß viel fruchtbarer gewesen. Vorläufig ist jedoch noch ein weiter Weg zwischen uns. Bevor wir uns friedlich dem arabischen Dorfe nähern, steht noch unser LebeninGefahr. Vor allem muß unser Leben und Vermögen gesichert werden, dann werden wir erst wegen einer Verständigung verhandeln können. Denjenigen, die uns Moral predigen, können wir nur Eines sagen: Kommet nach Erez Israel und beweiset, daß Ihr es besser versteht, schaffet Ihr bessere Beziehungen zu den Arabern als wir sie geschaffen haben. (Beifall.) Man spricht hier von einer Gefahr, die in der Losung von einer jüdischen Mehrheit im Lande enthalten sein soll. Aber auf die Hoffnung einer künftigen Mehrheit zu verzichten, bedeutet den Verzicht auf den Zionismus. Die Deklarationen, welche hier vorgelesen werden, werden nicht überall so verstanden werden, wie es die Verfasser gemeint haben. Jetzt noch einige Worte über die arabische Bewegung. Es soll nicht verschwiegen werden, daß eine arabische nationale Bewegung existiert, und daß sie eine ansehnliche Macht darstellt. Aber das, was jetzt in der Welt als die arabische nationale Bewegung dargestellt wird, ist durch die antisemitische Hetze aufgeblasen worden. Die Pogrome und die judenfeindliche Bewegung sind nicht identisch mit der arabischen nationalen Bewegung; sie sind durch fremde Einflüsse zum Leben erweckt worden. Habt keine Achtung vor gekauften Menschen! Die antizionistische Richtung maskiert sich nur in der Form einer arabischen nationalen Bewegung, aber sie ist es nicht, und in dem ganzen Spiel stecken fremde Hände. Das arabische Memorandum, welches der englischen Regierung vorgelegt wurde, ist nicht von Arabern verfaßt worden. Meine Behauptungen sind nicht aus der Luft gegriffen, ich spreche auf Grund von Fakten und der tatsächlichen Lage in Erez Israel. 152

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