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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 151

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 151 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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auf welche Weise ist dieses ausgeführt worden? Den Zionisten hat Samuel gesagt, daß die Einwanderung nicht untersagt werden kann, denn ohne Einwanderung hat er im Lande nichts zu tun, und in derselben Zeit hat er der arabischen Versammlung in Ramien telephonisch sagen lassen, daß die jüdische Einwanderung gesperrt wurde, und daß keine Chaluzim mehr ins Land kommen werden. Das war die Prämie für den Pogrom! Das Einwanderungsverbot ist schlimmer als die Erklärung vom 3. Juni und ist sogar noch schlimmer als die Annullierung der Balfour-Deklaration. Ohne die Einwanderung hat die Deklaration nicht die mindeste Bedeutung, ja, sie ist direkt schädlich. Sie reizt nur unsere Feinde und gibt uns gar nichts. Ich glaube, der Kongreß muß feierlich proklamieren, daß niemand das* Recht hat, die Tore von Erez Israel für die jüdische Einwanderung zu verschließen. (Stürmischer Beifall.) Wir werden kein Mandat anerkennen, welches es wagen sollte, dies zu tun! WTir haben das Recht, dies zu fordern, nicht nur als Vergeltung für unsere Leiden und die Pogrome, sondern im Namen des elementarsten Menschenrechtes. Niemand hat in unserer Zeit das Recht, seine Hände auf Länder und verwahrloste Gebiete zu legen, solange wandernde Menschenmassen nach einem Stückchen Erde und nach einer Arbeitsstätte lechzen. Dann sind die Repressalien gekommen. Angeblich sollten sie gegen die extremen linken Elemente gerichtet gewesen sein. In Wirklichkeit waren sie gegen alle Juden gerichtet. Die zionistische Leitung hat dazu geschwiegen und hat so eine Sünde gegenüber uns allen begangen. Zweierlei Maß hat die palästinensische Regierung geübt: eines für die Araber, das andere für uns. Die arabische Presse wurde außerordentlich milde und sanft behandelt; unserer Presse gegenüber wurde unerbittliche Strenge angewandt und die schärfste Kontrolle der Zensur erstickte jedes freie Wort. All diese Verfolgungen haben nur einen Zweck gehabt: mit dem Preise jüdischen Blutes die Sympathien der Araber zu erwerben. Der Prozeß nach dem Pogrom aber war schrecklicher noch als der Pogrom selbst. Das Urteil gegen Jabotinsky war nichts im Vergleich mit diesem Prozeß. Die größten Pogromanstifter fungierten hier als die glaubwürdigsten Zeugen. Ich habe den Auftrag meiner Genossen in Erez Israel, von dieser Bühne aus unseren Protest kundzugeben gegen die Art, auf welche das Verfahren gegen die Mörder Brenners geführt wurde. Es sind schon über 4 Monate vergangen, seitdem Brenner und seine Freunde ermordet wurden und es ist noch nichts gemacht worden, um die Mörder herauszufinden. Die Umstände, unter denen der Mord verübt wurde, sind solche, daß jeder russische Beamte ihn mit Leichtigkeit hätte aufdecken können. Jedes Kind in Jaffa weiß, wer der Mörder ist, es ist jedem bekannt, wo sich die geraubten Sachen befinden, aber die palästinensische Regierung kann keine Spur finden. Auf Interpellationen im Parlament hat Samuel antworten lassen, daß vier Monate nicht genügen, um die Spuren aufzufinden, inzwischen hat man aber nicht einmal einen Finger gerührt, um die Attentäter zu eruieren; und als ein Jude auf eigene Faust Erhebungen anstellen wollte, wurde er von Jaffa ausgewiesen. Vier Monate sind vorüber und es gibt keinen Prozeß und niemand scheint einen Prozeß zu verlangen. Ist das die Antwort unseres Volkes auf den Mord seines einzigen Sohnes? Was sollte angesichts einer solchen Lage bei uns geschehen? Statt die Volkskräfte aufzurütteln und eine mächtige Protestbewegung hervorzurufen, begann bei uns die Zionistische Organisation jeden Ausdruck einer Erregung zu unterdrücken, und die zionistische Presse begann sich an die Brust zu schlagen: es sei unsere Schuld. Sind wir auch an den 151

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