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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 148

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 148 (sequence 158)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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völkerrechtliche Zionismus gesiegt hat, wenn' auch die Praktischen die Empfänger der Deklaration gewesen sind. Der Zionismus kann nur verwirklicht werden, wenn er seine völkerrechtliche Grundlage beibehält. Der Zionismus ist kein Kolonisationsversuch für Palästina, gleichwie seine politische Struktur sein mag. Der Versuch, die Judenfrage durch Wiedererrichtung unseres nationalen Heims in Palästina zu lösen, kann nicht gelingen, wenn nicht von vornherein festgesetzt wird, daß wir das jüdische Palästina erstreben. Sie werden mich fragen: Wo ist die Analogie für ein derartiges Verlangen? Ich frage Sie: Wo ist die Analogie für die Judenfrage? Hier gehört eine abnormale Lösung, weil unsere Lage abnormal ist. Das haben auch die Staatsmänner eingesehen, sonst hätten sie nicht angefangen, mit uns zu reden. Sie wußten, daß es Araber in Palästina gibt, und doch haben sie die Deklaration gegeben. Wir können unseren völkerrechtlichen Standpunkt nicht verlassen. Mit den Arabern müssen wir allerdings in Frieden und Freundschaft leben. Das betone ich mit allem Ernst und Nachdruck. Und wir werden es dahinbringen, daß sie unsere Ansprüche anerkennen, nicht die Ansprüche einer Minorität von 70 000 Juden, sondern die Ansprüche von Millionen Juden gegen 700 000 Araber! Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Ihre Zeit ist um. Delegierter Jean Fischer (fortfahrend): Gestatten Sie mir, jetzt zu schließen. (Heiterkeit.) Ich habe nur noch eine Frage an den Kongreß zu richten. Welche Stellung nimmt dieser Kongreß zur Mandatsfrage ein? Wie werden wir behandelt? Sind wir ein Objekt, das man gut oder schlecht behandelt, oder sind wir freie Männer? Wir haben große Erfolge erzielt, aber, wir sind heute von freien Männern zu unmündigen Kindern geworden. Man bestimmt für uns, die Leitungen nacheinander haben selbständig entschieden. Man hat dem Kongresse gar nicht gedient, indem man ihm seinen Hauptinhalt nahm, sein Mitbestimmungsrecht über das Schicksal des jüdischen Volkes! Der Kongreß hätte ein anderes Gepräge gehabt, wir hätten viel mehr Menschen und noch viel mehr Geld bekommen, wenn wir den Kongreß erhoben hätten zu jenem Instrument, welches er zu werden bestimmt war und das er noch werden muß. Man hat uns degradiert! Wir sind ein Volk, das lebt, wir sind der Ausdruck des lebendigen Judentums und müssen auf unseren Rechten bestehen. Wenn wir eine Volksvertretung werden sollen, so müssen wir auch dafür sorgen, daß wir als solche behandelt werden. (Lebhafte Schlußrufe. — Andauernde Unruhe.) Vizepräsident Motzkin: Ihre Redezeit ist um. (Erneute Schlußrufe.) Delegierter Jean Fischer: Mit Ihren Schlußrufen werden Sie mich nicht irre machen. Vizepräsident Motzkin: Meine Herren! Ueberlassen Sie das mir. Ich mache Herrn Fischer aufmerksam, daß seine Zeit um ist, und er wird sich darnach richten. Sie haben noch zwei Minuten und dann schließen Sie auf jeden Fall. Delegierter Jean Fischer: Vielleicht darf ich daran erinnern, wenn ich auch hier allein stehe, daß es draußen Andere gibt, in' deren Namen ich spreche. (Ruf: Dann hätten sie hereinkommen sollen!) Sie können nicht herkommen, man hat 148

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