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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 147

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 147 (sequence 157)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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setzt, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Wer ist dagegen? (Nach einer Pause:) Die Abstimmung ergibt keine Klarheit. Es ist noch ein Antrag gestellt worden, der dahingeht, Herrn Fischer noch zehn Minuten Redezeit zu geben. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Angenommen. Herr Fischer Sie haben noch zehn Minuten. (Beifall.) Delegierter Jean Fischer (fortfahrend): Wir hätten der englischen Regierung sagen können: Bei Uganda haben uns die Bedingungen: Autonomie und jüdischer Gouverneur gepaßt, aber nicht das Territorium; Palästina, das ist nun das Land, das wir beanspruchen; aber die Bedingungen von damals müssen auch hier dabei sein. (Lebhafte Unruhe.) Hoher Kongreß! Ich werde trachten, so kurz wie möglich zu sein. Ich will nur noch auf folgendes hinweisen. Vor d^in Kriege haben Weizmann und seine Freunde den Standpunkt vertreten, daß man mit der Diplomatie aufhören müsse. Dadurch ist der Zustand eingetreten, daß man jede politische Tätigkeit eingestellt hat, daß die Verbindung mit der englischen Regierung aufgehört hat. Wäre es anders gewesen, so hätte die englische Regierung nicht den Zionismus vergessen, und der Vertrag von Sykes-Picot wäre nie gezeichnet worden. Vielleicht empfindet Dr. Weizmann — ich glaube, er ist nicht hier (Rufe: 0 ja!) — eine derartige Anklage als eine Ungerechtigkeit. Er ist der Ueberzeugung, alles getan zu haben und daß mehr nicht zu erzielen war. Ich sage, daß eine Ueberzeugung für zukünftige Dinge gelten mag, die man nicht beweisen kann, aber für die Vergangenheit gibt es keine Ueberzeugung, wenn die Tatsachen sie dementieren. In dem Berichte gibt es noch eine sehr bemerkenswerte Stelle, wo erzählt wird, was Dr. Weizmann zu Lansing gesagt hat; nämlich: „Palästina werde so jüdisch sein, wie England englisch i s t." Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, habe ich in London es anders gehört. Weizmann hat zu Lansing gesagt: „Palästina soll jüdisch werden, wie England englisch ist." Das ist keine Haarspalterei, sondern eine politische Anschauung. Denn wenn Palästina bereits jüdisch ist, so hat man allerdings politisch nicht viel zu tun. Niemand, meine Herren, ist so dumm und so ungerecht, Dr. Weizmann für jede Verschlimmerung verantwortlich zu machen. Aber wohin die schwache Politik geführt hat, sehen wir heute an dem Resultate, an der einschränkenden Interpretation der Balfour-Deklaration. Bis jetzt haben wir Vertrauen gezeigt, und wir müssen auch weiter Vertrauen haben; aber die schwache Politik hat keine Erfolge geschabt. Im Mandatsentwurf steht nicht geschrieben, daß man uns „d a s jüdische Palästina" zuerkennt, sondern „e i n jüdisches nationales Heim". Ich habe nicht konstatieren können, daß die A r a b e r, d. h. derjenige Teil, der entschieden gegen uns ist, deswegen eine freundlichere Stellung gegen uns eingenommen hätte. Herr Dr. Weizmann hat in einer Sitzung vom Januar 1920, in der Dr. N o r d a u , Josef C o w e n und ich auf das Entschiedenste verlangten, daß im Mandatsentwurfe energische Aenderungen vorgenommen werden müssen und zwar, daß nicht ein Maximum, sondern ein Minimum festzustellen ist, es abgelehnt, unserem Wunsche Genüge zu leisten. Wir haben zum Schlüsse nur verlangt, daß, falls Weizmann dieses Minimum nicht erlangt, er den Staatsmännern erklären soll, daß er nicht berechtigt sei, ein Minder anzunehmen, er müßte sich sonst an eine autoritative zionistische Versammlung wenden. Weizmann hat carte blanche verlangt. Wenn man die erzwingt, hat man auch mehr Verantwortung als ein gewöhnlicher Mandatar. Es ist hier gesagt worden, die „Praktischen" haben uns die Deklaration gebracht. Ich erkläre, daß sowohl in Paris als in San Remo der 10* 147

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