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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 146

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 146 (sequence 156)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Kongresses die Redezeit eine halbe Stunde beträgt und Ihnen nur mehr fünf Minuten zur Verfügung stehen. Sie können selbstverständlich an den Kongreß appellieren, aber nicht an mich. Belegierter Jean Fischer (fortfahrend): Ich habe Herrn Motzkin gar nicht nahetreten wollen. Wir finden hier im Berichte, in seinem ersten Kapitel die Tätigkeit in London und 'in Paris vom August 1914 bis 1920 geschildert. Da steht zu lesen (liest): „Das Ergebnis des Krieges konnte nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden, es schien jedoch wahrscheinlich, daß die Mächte der Entente beim Friedensschlüsse das entscheidende Wort zu sprechen haben würden." Und später (liest): „Da ergriff Dr. Weizmann, ein Mitglied des großen Aktionskomitees, der damals in Manchester lebte, die Initiative." Es wird dann von Bemühungen um die Heranziehung der englischen Juden zur Mitarbeit und die Anknüpfung von Beziehungen zu englischen Staatsmännern und dann erst über das provisorische Programm von 1916 gesprochen. Da heißt es (liest): „Die Zeit war gekommen, wo die Regierung die Annahme einer bestimmten Haltung zur jüdischen Nationalfrage in Erwägung ziehen könnte." Im Anschluß daran spricht der Bericht über Sir Mark Sykes und über jenen Vertrag vom Jahre 1916, der unter dem Namen Sykes-Picot- Vertrag bekannt ist, demzufolge Palästina in eine britische und eine französische Zone geteilt wurde. „Dieses Uebereinkommen wurde den zionistischen Führern erst später bekannt, als Sir Mark Sykes bereits ein überzeugter Freund des Zionismus geworden war." Hoher Kongreß! In dieser hier so leichthin erzählten Tatsache liegt die Tragik des jüdischen Schicksals. Hier steht geschrieben, wie eine Hemmung unserer Bestrebungen eingesetzt hat, hier steht geschrieben, wie eine Verlängerung des Golus angebahnt worden ist. Aber hier ist etwas nicht klar. Vorher schon hatte Dr. Weizmann mit englischen Juden und englischen Staatsmännern Beziehungen angeküpft, denn es heißt ja hier: „Die Zeit war gekommen für die englische Regierung, einen Standpunkt in dieser Frage einzunehmen." Wie war es da möglich, daß die britische Regierung damals zu gleicher Zeit oder gar noch später den Sykes-Picot-Vertrag unterzeichnete?!! Entweder hat man bis dahin mit der englischen Regierung keine wirklichen Beziehungen gehabt (Zwischenruf Dr. Weizmanns: Sehr richtig!), entweder waren bis dahin alle unsere Erfolge nur sehr ephemerer Art gewesen, oder die englische Regierung hat sich erst für den Zionismus interessiert, als sie gerade wegen des lästigen Sykes-Picot-Vertrages den Zionismus als sehr angenehm betrachten, konnte. Da zeigte sich der verhängnisvolle Fehler, der historischen Auffassung zugetan zu sein, die Weltgeschichte beginne anstatt mit Adam, mit Noah, d. h. in unserem Falle, statt mit H e r z 1, mit der Initiative Weizmanns in England. Wäre man der Auffassung zugetan gewesen, die Beziehungen zu England mit H e r z 1 zu beginnen, so hätte man auch nicht Chamberiain und Uganda vergessen. Das hätte für uns den Vorteil gehabt, unser Anliegen an die englische Regierung so zu formulieren: Damals, als Sie uns Uganda anboten . . . Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Herr Fischer, es tut mir leid, Ihre Zeit ist um. Delegierter Jean Fischer: Ich appelliere an den Kongreß. (Lärm. — Schlußrufe.) Vizepräsident Motzkin: Mit Geschrei werden Sie das nicht bestimmen, sondern nur durch die Abstimmung. Wer dafür ist, daß Herr Fischer seine Rede fort- 146

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