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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 136

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 136 (sequence 146)
Language
German, English, Hebrew
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verband. Das soll aber auch nach dem Vorschlage der Holländer weiter so bleiben. Etwas anderes will ich Ihnen sagen. Jenen Nichtzionisten, an die die Holländer und die Deutschen denken und die wir, wie sie meinen, gewinnen könnten, wenn wir sagen würden, wir haben mit nationalen Fragen nichts zu tun, nur mit Schekel und Palästina-Aufbau, denen liegt an der Stellung der Zionistischen Weltorganisation zur nationalen Frage nichts. Die interessiert nur, wie sich der Landesverband dazu stellt. Was haben denn die deutschen Nichtzionisten, die nach ihrer Ansicht in den Zionismus eintreten würden, davon, wenn der Weltzionismus nicht national wäre, wenn er aber im Lande nationale Politik macht und dadurch die Kreise der gegenwärtigen Nichtzionisten stört? Täuschen Sie sich darüber nicht! In die Zionistische Weltorganisation würden sie nicht eintreten, weil sie davon gar keinen Nutzen haben werden. Die Zionistische Weltorganisation verlangt jetzt auch nur den Schekel und die Anerkennung einer nationalen Heimstätte. Die meisten Landesverbände arbeiten aber im nationalen Sinne. Das würde sich nicht ändern, das könnten Sie den Zionisten in den einzelnen Ländern nicht verbieten. Auch ein anderes ist zu bemerken. Ich habe in Europa, vor allem aber in Amerika, eine ganze Menge von Nichtzionisten kennengelernt, die absolut nicht den Wunsch ausgesprochen haben, in die Zionistische Organisation einzutreten, die aber sehr wohl sich bereit erklärt haben, für Palästina zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob ich das Recht habe, über die amerikanischen Juden zu urteilen, da ich nur sieben Wochen, und zwar nur in einer, allerdings in der Stadt, der Metropolis, war. Ich habe aber die Empfindung gehabt, daß einer der tiefsten Juden der Vereinigten Staaten Louis M a r s h a 11 ist. Mit dem habe ich eine etwa dreistündige Auseinandersetzung gehabt und er, der Nichtzionist ist, d. h. nicht Schekel zahlt, hat sich bereit erklärt, wenn seine Kräfte es erlauben, eine großzügige Palästina-Propaganda unter den westlichen, nichtzionistischen amerikanischen Juden zu machen. Er hat absolut nicht zur Bedingung gestellt, daß man ihn in die Zionistische Organisation aufnehme, er wollte es vielleicht auch gar nicht und Sie wissen vielleicht, daß das Gleiche mit Jakob Schiff gewesen ist. Er wollte nach der inneren Wandlung, die in ihm im Jahre 1917 vorgegangen ist, seine Kräfte dem Palästina-Aufbau widmen und irre ich nicht sehr, so hat die damalige Zionistische Organisation gesagt: will er mit uns arbeiten, so muß er Schekel zahlen. Ich meine, wir, die wir für den Zionismus leben und sterben, d. h. für das jüdische Volk unseren letzten Blutstropfen hergeben, wir sind viel toleranter. Wir verlangen von den Juden, die für Palästina arbeiten wollen, absolut nicht, daß sie Schekel zahlen, daß sie in die Zionistische Organisation eintreten. Ich weiß, Sie werden sagen, es kann sich daraus eine Gefahr ergeben, sie können zionistische Arbeit machen, die gegen unsere Prinzipien ist. Nein, viel größer wäre vielleicht die Gefahr, wenn sie in Massen bei uns wären, ohne Zionisten zu sein, und in weit schädlicherer Weise unsere Arbeit beeinflussen würden. Die Männer — und Herr Goldberg hat vollständig Recht, es werden Hunderte und Tausende sein — die, ohne Zionisten zu sein, bereit sind, für Palästina zu arbeiten, 136

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