Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 144)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kongreß wollten sie ausschalten. Wir sahen, daß dadurch die zionistische Organisation zerrissen werde und haben gesagt: nein, Amerika darf nicht die Schande auf sich sitzen lassen, daß wir, weil wir glücklicher sind und besser leben und das Geld hergeben, uns darum schon als bessere Menschen fühlen. Sie alle, meine Herren, wie ein Mann, Simon und de Lieme eingeschlossen, werden darin einig sein, daß wir es schätzen und mit voller Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen, daß sich unser Präsident dem Qelde zuliebe nicht erniedrigt hat, daß er die Ehre des Kongresses und die Ehre unserer Organisation hochgehalten hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren, ich habe ein neues Wort gehört. Dieses Wort heißt Föderalismus. Es kommt aus Amerika. Mit diesem Worte Föderalismus ist in Wahrheit Separatismus gemeint. Die Brandeisgruppe hat gesagt: „wir geben das ganze Geld, oder 80 % und wenn die andern nichts geben, warum müssen wir die Prozedur durchmachen, vor den Kongreß zu treten und Vorschläge zu erstatten, wo wir doch beschließen können, was wir wollen." Wir haben verstanden, was unter dem Föderalismus gemeint ist: daß Ihr nicht das Recht haben sollt, die Kolonisation zu bestimmen, wie Ihr wollt und Erez Israel nach Eurem Geiste aufzubauen. Wir haben gesagt, wir können das nicht zulassen. Amerika, hat es geheißen, soll seine Institutionen in Palästina schaffen, soll die wirkliche Leitung in seinen Händen halten, und Ihr alle könnt dazu Bravo klatschen. — Das werden wir nicht zulassen. Reformen sollen sachlich überlegt und wenn sie richtig sind, durchgeführt werden. Aber unsere Einigkeit darf nicht gefährdet werden. Zuerst muß die zionistische Organisation bestehen bleiben, vor allem Brüderschaft und kein Separatismus. Diese Prinzipien werden wir immer verfechten. Das haben wir auf der Cleveland Convention bewiesen. Jetzt sind wir einig. Wir haben hier auf dem Kongreß 41 Delegierte. Der Keren Hajessod in Amerika arbeitet und wenn die Arbeit richtig geführt wird, werden wir in den in Aussicht genommenen 5 Jahren Erez Israel wirklich zu unserem Lande machen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkin: Als letzter Redner erhält das Wort der Herr Oberrabbiner Dr. C h a j e s. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Oberrabbiner Dr H. P. Chajes (Oesterreich, beginnt seine Rede in hebräischer Sprache): Meine Damen und Herren! Ich hätte sehr gern, wie es unser Freund Y eil in wünscht, hebräisch gesprochen, sehe mich jedoch genötigt, deutsch zu sprechen, damit mich der Delegierte, mit dessen Ausführungen ich mich beschäftigen muß, verstehe. (Deutsch fortfahrend): Ich habe jetzt nicht die Absicht, über das Programm und die Politik der zionistischen Bewegung zu sprechen, ich halte es noch für verfrüht, ehe wir in der politischen Kommission von der Leitung weitere Mitteilungen bekommen haben, darüber zu sprechen. Ich möchte mich darauf beschränken, auf einige Aeußerungen und Mitteilungen des Herrn Simon zurückzukommen. Ich will es deswegen tun, weil ich ja, wie Sie wissen, der erste war, der nach Amerika gegangen ist. Wie ich von Amerika zurückgekommen bin, hat sich eben unsere Delegation in England eingeschifft. Ich bin nach Amerika gegangen, um, wenn es irgend möglich war, Frieden zu machen, um das Terrain für einen Ausgleich vorzubereiten. Und wenn ich Ihnen heute einiges 134