Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 143)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Pinsk 1× ep/1045440
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Wir hatten zu einer Zeit 150 000 Mitglieder in der zionistischen Organisation Amerikas. Aber nach Cleveland gingen wir nur noch mit 24 000 Mitgliedern. Wo blieben die anderen? Weder San Remo, noch die Balfour-Deklaration, noch die Ernennung von Samuel haben geholfen. Wir haben nicht sammeln können, weil der Amerikaner den wirklichen Zionismus nicht sehen durfte. Nehmt Ihr dem Zionismus den Geist fort und läßt die trockene ökonomische Formel, dann tötet Ihr den Zionismus in Amerika. Ich will zu der Periode von Buffalo bis Cleveland übergehen. In Buffalo haben wir verschiedene Beschlüsse angenommen. Nicht eine Stimme hat sich gegen Brandeis erhoben, wir haben ihn nur gelobt Es ist bei uns beschlossen worden, die Führer des Weltzionismus nach Amerika einzuladen. Wir haben darüber geredet und haben gewußt, daß, wenn wir das tun, dies eines der bedeutendsten Ereignisse im Leben des jüdischen Volkes in Amerika sein wird. Nicht Herz 1, nicht Wo 1 ffsohn, nicht Warburg, nicht einer der früheren Präsidenten der Organisation hat Amerika besucht. W e i z m a n n war der erste Präsident, der zu uns nach Amerika kam. Wir zeigten, was die russischen, polnischen und galizischen Juden in Amerika ohne Brandeis machen können. Die Ehrenbürgerschaft der Stadt New York haben 96 Männer bekommen und unter diesen war kein Jude; der erste Jude war W e i z m a n n. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat ihn empfangen und auf der Stiege, wo Washington gestanden ist und die Republik proklamiert hat, ist der Vertreter des jüdischen Volkes gestanden. Brandeis und seine Genossen haben es nicht machen wollen. Als wir ihnen nahelegten, die Delegation einzuladen und sie so aufzunehmen, wie sie es verdient, da haben wir zur Antwort bekommen: Die Delegation kommt ohne Plan, machen wir eine Versammlung und fertig. Anstatt dessen hat die Brandeis-Gruppe ein Memorandum gemacht, hat neue Prinzipien aufgestellt und es Herrn Dr. Weizmann überreicht. Bei der gestrigen Sitzung hat es geheißen: warum sind die Dokumente betreffend Simon und de Lieme nicht veröffentlicht worden? Ja, die Herren sind böse, weil man einen bestimmten Bericht nicht gedruckt hat. Warum wurde aber das Ultimatum nicht gedruckt, das die Brandeis-Gruppe gestellt hat? Wir kennen dieses Ultimatum. Sie haben Weizmann erklärt: wenn Du den Keren Hajessod dem Exekutivkomitee vorschlägst und er so angenommen wird, wie Du es willst und nicht wie wir es wollen, dann resignieren wir vom ersten bis zum letzten. So hat man die Delegation aufgenommen. Ich möchte wissen, warum das Ultimatum nicht in dem Memorandum enthalten ist. Sie werden nun verstehen, was Weizmann und Genossen in Amerika durchlebt haben. Es ist lächerlich, wenn man sagt, daß Weizmann Brandeis vertrieben hat, daß Pinsk nach Washington gekommen sei, „um die Königin in ihrem Hause zu zwingen." Das ist kindisch. Solche Menschen wie Brandeis treibt man nicht hinaus. Brandeis hat sich selbst vertrieben. Das reiche Judentum Amerikas hat kein Geld gegeben. Prüft die Listen der gesammelten Gelder in Amerika, dann werdet Ihr sehen, daß dies alles nur die armen Juden gegeben haben. Weizmann mußte mit ihnen rechnen, er hat nicht auf uns gehört und hat versucht, Frieden zu stiften. Wir haben viele Kompromisse gemacht, aber alles hat seine Grenze. Zunächst darf man keine Unterschiede zwischen russischen und amerikanischen Zionisten machen. Das haben wir durchgesetzt. Heute stehen wir mit Euch wie Brüder mit Brüdern. (Großer Beifall.) Zweitens mußten wir durchsetzen, daß der Kongreß und die zionistische Organisation einheitlich seien. Da sehet, der Kongreß, das ist unsere Schönheit, unsere Größe, den hat uns Herzl gegeben. Jene Leute nennen sich politische Zionisten. Das ist nicht richtig, sie sind es nicht. Sie wollten, daß das Geld in ihren Händen bleibe und daß M a c k im Einvernehmen mit Weizmann über die Verfügung der Gelder zu entscheiden habe. Den 133