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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 124

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 124 (sequence 134)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4424-3480568
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Volkes gehört eben zu den Zuständen, aus denen es erlöst werden soll. In der Tretmühle der Pein ist das Volk müde geworden. Es ist müde ger worden und es kann kaum das Wagnis dieser Umkehr unternehmen, es wagt nicht, in das Feuerbad der Erneuerung zu tauchen. Es ist eine ungeheure Aufgabe und doch die erste, vorderste Aufgabe, die gemeint ist mit dem Worte Techiath halewawoth, das der gesprochen hat, dessen Name auch auf diesem Kongreß mit Ehrfurcht erwähnt werden soll, der Name dessen, den unser Dichter den Lehrer nennt, Achad Ha am. (Beifall.) Diese erste Aufgabe ist die Aufgabe der Volkserziehung. Die zweite Aufgabe ist die Bereitung des Landes durch das Pioniertum der Arbeit. Galuth und Erez Israel sind nicht zwei territorial geschiedene Begriffe, sondern zwei Lebensformen, die Formen des parasitären und des schöpferischen Lebens. Erez Israel bedeutet für uns vor allem die Rückkehr aus dem parasitären Leben, in dem wir die Werte, die andere Völker schufen, ausnützen, zum vollständigen Volksleben, zur Verbundenheit mit der eigenen Erde. (Lebhafter Beifall.) Die Gewinnung Erez Israels und die Bereitung Erez Israels durch eigene Arbeit ist die zweite Aufgabe. Es darf nicht in Erez Israel ein Galuth geben. (Beifall.) Und die dritte Aufgabe, das ist die Beseitigung der äußeren Hindernisse, die nicht in Volk und Land liegen, sondern in Dingen, die von Volk und Land unabhängig sind. Das ist die Politik im engeren Sinne oder, sagen wir es genauer, die Diplomatie — genauer deshalb, weil die ersten Aufgaben auch Politik einschließen, die erste Kulturpolitik und die zweite Wirtschaftspolitik. Diplomatie ist die Arbeit, die die anderen realen Arbeiten erleichtern und ergänzen soll. Diplomatie kann nicht Geulah schaffen, Diplomatie kann nicht erlösen. Sie kann nur die Geulah der wirklichen Arbeit an Volk und Land erleichtern. Ich sagte schon, es gibt eine natürliche Schichtung dieser Aufgaben. Die bestimmende Aufgabe ist das Beginnen und nicht das Fordern und Durchsetzen. Die Diplomatie kann rechtmäßigerweise den andern Aufgaben nur koordiniert werden, nicht übergeordnet. Es gilt erst, Werke, Wirklichkeit zu schaffen, dann Rechte, Recht zu fordern und durchzusetzen. Das ist etwas, was man der Fiktionspolitik, die im Zionismus eine so verhängnisvolle Rolle spielt, immer wieder entgegenhalten muß. Man kann nur die Rechte erkämpfen, denen eine von uns geschaffene Wirklichkeit entspricht. Aber eines läßt sich für die Diplomatie sagen: einen Schritt voraus hat sie vor den anderen Aufgaben, einen Schritt. Sie hat die Lebensbedingungen der Arbeit zu ermöglichen, das Minimum, das notwendig ist, damit wir frei, ungestört an die Arbeit für unser Ziel gehen können. Wie ein Handwerker einen Werkzeugkredit braucht, den er beanspruchen darf, den er auf Grund seiner Aufträge auch beanspruchen kann, so können wir dieses Minimum der Lebensbedingungen für unsere Arbeit fordern auf Grund des Auftrags des jüdischen Volkes. Was ist nun aus dieser Idee und dieser Aufgabe geworden? Was ist vor allem geworden aus der Erfassung dieser Idee? Eine kleine Schar 124

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