Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 124)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Odesa 1× ep/1000834
- Pinsk 1× ep/1045440
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dem Großen A. C. beraten zu haben. (Sehr richtig!) Ich glaube ebensowenig, daß das Präsidium berechtigt war, eine neue Exekutive einzusetzen, wenn die alte nicht direkt nach ihrer Demission Gelegenheit gehabt hat, mit dem Großen A. C. über die Differenzen zu beraten und statt dessen 6 Monate später, unmittelbar vor dem Kongreß, eine Komödie aufzuführen und eine A. C.-Sitzung zusammenzurufen. Ich glaube ebensowenig, daß die Exekutive das Recht hat, Gelder, die zionistisch gesammelt worden sind, ohne Befragung des Kongresses dem Economic Council zur Verfügung zu stellen, dessen Statut nicht feststeht und von dem die exakte zionistische Konzeption gleichfalls nicht feststeht. Wenn es in Amerika über den Keren Hajessod zu keiner Verständigung gekommen ist, so ist ja doch in Cleveland nur beschlossen worden, daß der Keren Hajessod nur aus Spenden gemacht werden soll. Man hat gesagt, die Amerikaner sehen es daraufhin an, ob das Geld für den Keren Hajessod aus Spenden herrührt. Ein anderer Punkt ist, daß das Geld, welches in Amerika aufgebracht worden ist, wahrscheinlich noch nicht verbraucht ist. Der dritte Punkt ist, was Weizmann ein „Gentleman's Agreement" nennt und worüber eine Bestätigung in dem Statement der Brandeisgruppe vorkommt. Ich glaube nicht, daß es richtig ist, Unterhandlungen zum Ausschluß, von bestimmten Persönlichkeiten aus der Führung der zionistischen Bewegung zu beginnen oder abzubrechen, und ich glaube nicht, daß es richtig ist, daß der Präsident der Organisation sich das erlauben darf. Ueber die Personen habe ich nichts zu sagen, es geht nicht um die Personen, sondern um die Absicht, jemanden auszuschließen, und wenn es sich auf die genannten Personen bezieht, so möchte ich darüber mein Bedauern ausdrücken; und ich glaube, daß die Absicht, auszuschließen, noch weiter ging, als gegen die in der amerikanischen Veröffentlichung genannten Persönlichkeiten. Es gibt gewiß Kontroversen mit Amerika über die Auffassung des Zionismus und Weizmann wird sich erinnern, daß es auch früher solche Kontroversen im Zionismus immer gegeben hat. Aber es scheint mir, daß es nicht angezeigt ist, daß die verschiedenen Differenzen über die Konzeption des Zionismus zu einer solchen Absplitterung führen müssen in einer Zeit, in der wir alles tun müssen, um Leute heranzuziehen, deren Konzeption des Zionismus selbst nach dem Urteil von Prof. Weizmann noch nicht so gereift ist, als die Konzeption der Amerikaner. Wir können nicht beides zugleich machen. Es war außerordentlich freundlich von Ihnen, daß Sie mir soviel Zeit zu meinen Ausführungen gegeben haben. Ich glaube aber noch, mein Bedauern darüber aussprechen zu müssen, daß es Dr. Weizmann unmöglich war, eine Brücke zwischen Pinsk und Washington zu schlagen, sie nicht nur nicht zu schlagen, sondern eine Brücke zu vernichten, die zwischen den beiden Orten bestand. Ich kann mir denken, daß es schwer ist, einander zu verstehen, wenn der eine aus Pinsk und der andere aus Washington kommt; so schwer, wie wenn der eine aus dem Haag in Holland und der andere aus Odessa kommt. Das ist möglich, das ist aber kein Werturteil. Ich glaube aber, daß, wenn man so loyale Auffassungen in der 114